Freitag, 30. Januar 2015

Die MALTbar: Endlich gutes Bier in Darmstadt!

Wer in Darmstadt wohnt und qualitativ hochwertiges Bier sucht, der musste bisher auf den gut sortierten Getränkeladen Maruhn zurückgreifen. Nur leider bietet dieser weder eine Bar noch kann man sich es dort bei gediegenem Ambiente gemütlich machen. Das hat sich jetzt zum Glück geändert, denn seit dem 6. Dezember 2014 hat in Darmstadt in unmittelbarer Nähe des zentralen Luisenplatzes in der Rheinstraße die MALTbar geöffnet. Grund genug für mich, dort einmal vorbeizuschauen, wohne ich doch etwa einen Kilometer davon entfernt. Und eins vorab: Es hat sich gelohnt! Begrüßt wird man draußen von einem dezenten Schild, an dem ich doch beinahe vorbei gelaufen wäre...

Von außen lädt ein Schild mit den wichtigsten Informationen in die MALTbar ein.

Wie man unschwer erkennen kann, gibt es hier nicht nur Bier, sondern auch Whisky, daher auch der Name MALTbar, da beide Tröpfchen ja bekanntlich zu einem Großteil auf Malzbasis entstehen. Bei dem Hochprozentigerem von beiden hat auch Besitzer und passionierter Whisky Ambassador Dirk James Römer seine Wurzeln. Als Mann vom Fach veranstaltet der schottische Außenhandelskaufmann und Absolvent eines Architekturstudiums regelmäßig Whisky-Tastings sowie Seminare im Rhein-Main-Gebiet und machte mit dem Abschluss auf der Campari Academy 2011 seine Leidenschaft zum Beruf. So ist es also nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Karte aus edelsten Sorten von Scotch über Irischen, Schweizer oder amerikanischen Whisky besteht, die James sorgfältig ausgewählt hat. Von peated (torfig) bis unpeated sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Mich hat aber natürlich in erster Linie die Bierkarte interessiert und ich muss sagen, dass die eine ziemlich gute Auswahl an Flaschenbier offenbart (siehe Bilder unten). Zudem gibt es immer wieder Specials, wie beispielsweise mittwochs den 'American Evening', an dem es bei meinem Besuch gleich zwei mir bisher unbekannte IPAs zu Swing, Blues und Country Musik gab...

Finestkind IPA - Smuttynose Brewing Company
Hop Devil IPA - Victory Brewing Company
Die Bierkarte der MALTbar liest sich gar nicht mal so übel.
Auch internationales Bier ist auf der Karte zu finden.
Und wer sich nicht so sicher ist, was er denn nun trinken soll oder auch ein Neuling in Sachen Bier ist, der kann sich sicher sein, dass er hier auf fachlich versierte Beratung trifft. Denn mit der gleichen Passion, die James für Whisky hat, setzt er sich auch mit dem Bier auf seiner Karte auseinander. Er kennt jedes Geschmacksprofil, vom leichten Pale Ale bis zum Stout. Man kann sich hier also wunderbar informieren und durchverknuspern. Das habe ich natürlich auch gemacht und habe mit James und Tinky an der Bar ein sehr nettes und kompetentes Team kennengelernt! Sehr zu empfehlen sind im Übrigen auch die 'Beer Drinks', bei denen es sich um Kreationen wie zum Beispiel 'The Red Eye' handelt: IPA, Vodka, Tomatensaft, Limettensaft und ein rohes Ei oder 'Harvey Weissbanger': Weizen, Galliano Vanilla Liquer, Orangensaft. Ich habe mich für den 'CaiBEERinha' entschieden, der aus einem IPA, Cachaca, Limettensaft und Agaven Sirup besteht. Keine schlechte Wahl - als IPA fungierte übrigens das Punk von BrewDog.

Tinky, Knusper & James (im Schottenrock!)
Darmstadt kann sich freuen, denn die MALTbar ist eine wahre Bereicherung und wie ich mich vergewissern konnte, wird sie auch sehr gut vom bunt gemischten Publikum angenommen. Alles andere würde mich auch wundern, denn hier trifft Kompetenz und Know-How auf Stil in einer komplett neu eingerichteten Bar mit Liebe zum Detail, tollem Ambiente, hochwertigen Bieren und Spirituosen, die das Herz von Genießern höher schlagen lassen. Ich wünsche dem Team der MALTbar weiterhin viel Erfolg und komme selbstverständlich gerne wieder. Allein schon aufgrund der vielen Informationen über Schottland (meiner zukünftigen Heimat), die ich an diesem Abend bekam.

Klare Knusper-Empfehlung!

Danke für den tollen Abend & Slainté!

Kreative Beer Drinks der MALTbar
MALTbar Ambiente
MALTbar Ambiente
MALTbar Ambiente
MALTbar Ambiente
Impale IPA - Williams Bros. Brewing
Profanity Stout - Williams Bros. Brewing
Whisky + Stout
Alba Scots Pine Ale - Williams Bros. Brewing
Trappistes Rochefort '6' Strong Pale Ale
Infos unter:



Sonntag, 25. Januar 2015

Frischer Wind: Das X4.0 Witbier aus der Münchner Crew Republic

Für die Jungs der CREW Republic geht das Jahr 2015 mit neuem Sudhaus direkt mit Schwung und viel Enthusiasmus los. Gratulation dazu und gut Sud weiterhin an dieser Stelle! Dann will ich doch auch mal wieder einen Tropfen aus der Münchner Bierschmiede verknuspern und freue mich auf etwas Frisches namens X4.0. Das Witbier wurde, wie auch alle anderen Sude der 'Experimental Line' zum ersten Mal so eingebraut und man weiß nicht, ob es das Bier so nochmal geben wird. Ein Witbier ist ein obergäriges Weizenbier belgischen Ursprungs und zeichnet sich insbesondere durch die zusätzliche Würzung mit Orangenschalen und Koriander(-samen) aus. Dieses hier soll jedoch ohne besagte Zutaten auskommen und dennoch den typisch exotischen Charakter eines Wit entfalten. Erreichen will man dies zum einen durch die Verwendung zweier belgischer Hefestämme für die streng-würzigen Noten, zum anderen durch die Hopfensorten Wakatu, Kazbek und Mandarina, die für spritzige Zitrusaromen sorgen sollen. Schaut man auf der CREW Homepage nach, so war es die Herausforderung bei diesem FakeWitbier, sich strikt ans deutsche Reinheitsgebot zu halten, um am Ende dennoch das gewünschte charakteristische Resultat dieses Bierstils zu erreichen. Genug der Theorie - wir starten gespannt mit lockeren 16 Bittereinheiten und leichten 4,4% Alkoholgehalt in die Verknusperung!


Notizen

  • Schaum: Anfangs zwei Daumen dick, fällt aber recht schnell wieder ein; ansonsten cremig-weiß mit feinporigem Topping.
  • Farbe: trübes, sattes Gelb; sieht fast aus wie Orangensaft. 
  • Geruch: Interessantes Bouquet aus Orange (fast wie Radler), Pfeffer und Hefe. Erinnert mich an das Bayerisch Nizza von Hanscraft.

Leichter Antrunk, dabei ein nicht allzu schlank geratener Körper wie gedacht, was einen gehaltvollen ersten Eindruck erzeugt. Auch die Rezenz passt und prickelt wohl dosiert auf der Zunge was ebenso gefällt. Pilsner- sowie Weizenmalz sorgen für eine feine süßliche Basis, die der verwendete Hopfen gut als Fundament für weitere Aromen nutzen kann. Die Bittere kommt eher spärlich daher und lässt zunächst sauren Hefenoten den Vortritt. Doch dann kommen auch fruchtige Nuancen zum Tragen und schnüren ein leckeres Paket aus reifen Orangen, deren Herbe in die im Geruch angedeutete Pfeffrigkeit mündet. Ich muss irgendwie an Capri-Eis denken, was keine schlechte Sache ist! Insgesamt ist mir das aber gerade zum Abgang (wie auch beim Köstritzer Witbier) nicht intensiv genug. Ich liebe Koriander, weshalb ich es schade finde, dass man hier dem Reinheitsgebot den Vortritt gegeben hat, anstatt mit außergewöhnlichen Zutaten mehr in die Vollen zu gehen. Wenn schon freaky Bierstil, dann doch ruhig richtig und ohne Kompromisse. Deshalb fällt mein Resultat auch gemischt aus. Einerseits passt das X4.0 perfekt zu einem sonnigen Tag an der frischen Luft und überzeugt durch seine Leichtfüßigkeit sowie exotische Aromatik, andererseits jedoch wünschte ich mir ein extremeres Witbier mit mehr Ecken und Kanten - mehr ist an dieser Stelle für mich einfach mehr, gerne auch ohne Reinheitsgebot.

Das X4.0 Witbier aus der CREW Republic kommt ohne typische Zutaten aus und imitiert dabei dennoch den Charakter seines belgischen Vorbilds, wenn auch etwas zu schwach. Lecker-Leichtfüßig ist es aber allemal und gerade für den Frühling eine gute Wahl. 

Knusperfaktor 6/10 - Prost!


Beerfacts

Alkohol: 4,4% vol., Stammwürze: Keine Angabe, Bittereinheiten: 16 IBU

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsner, Weizen), Hopfen (Wakatu, Kazbek, Mandarina), Hefe

Netz



Donnerstag, 15. Januar 2015

Das EPI Lager vom Craftbeer-Zentrum Mainz

Vom Craftbeer-Zentrum Mainz wird heute mal ein Bierchen verknuspert. Das EPI-Lager heißt so, weil es laut Etikett aus dem 'Epizentrum der Biervielfalt' kommt, wo ich vor einiger Zeit ja auch schon mal zu Besuch sein durfte. Es wurde mit Mandarina Bavaria Hopfen eingebraut und passt mit lockeren 5% Alkoholgehalt eigentlich eher zum sommerlichen Grillabend. Manche Leute grillen ja auch im Januar, also kann man sich den Tropfen ja auch mal kurz nach dem Jahreswechsel gönnen. 0,5 Liter Flasche auf und ab dafür...


Notizen
  • Schaum: weißlich, stabil, feinporig, am Glas haftend
  • Farbe: hellgelb, leicht milchig trüb
  • Geruch: malzig, blumig wie bei einem Pils, Bisquitnote im Hintergrund


Im Antrunk fällt die starke Karbonisierung auf, die mir schon etwas zu großzügig ausfällt. Ansonsten ein solider Start mit leichtem Malzbett. Hinzu gesellt sich eine feine Herbe, die wiederum etwas stärker und nicht so zögerlich sein könnte. Außerdem vermisse ich irgendwie ein bisschen die Fruchtigkeit, die man vom Mandarina Bavaria Hopfen, gerade bei hopfengestopften Bieren wie diesem, kennt. Dennoch ist eine spritzige Citrusnote durchaus vorhanden, die mit dem Bisquit verströmenden, leicht süßlichen Körper gut harmoniert. Im Abgang wird's süffig mit etwas Aroma der Hefe, das sich an den Gaumen heftet und für ein sanftweiches Finish des untergärigen Trunks sorgt. Irgendwie könnte ich mir zum EPI-Lager auch gut Popcorn vorstellen!

Weniger Kohlensäure, etwas knackigere Herbe und es hätte für ein Pünktchen mehr gereicht. Ansonsten aber ein sehr solides Lagerbier, welches da in der Dampfbrauerei Zwiesel abgefüllt wurde.

Knusperfaktor 6/10 - Prost!


Beerfacts

Alkohol: 5,0% vol., Stammwürze/ Bittereinheiten: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mandarina), Hefe

Netz


Bezugsquellen

Deutschlandweit in vielen Getränkemärkten

Sonntag, 4. Januar 2015

Hello Scotland: Knuspers Bierblog meets BrewDog!

Eigentlich hatte ich mich ja auf eine ruhige Vorweihnachtszeit 2014 eingestellt. Tja, eigentlich. Denn dann kam alles anders. Gerade in den letzten Wochen ging es bei mir ziemlich turbulent her, war ich doch Mitte Dezember tatsächlich für ein paar Tage zu Gast in einer Brauerei, die jedem Craftbeer Fan bekannt sein dürfte - Knuspers Bierblog meets BrewDog

Die Brauerei und gleichzeitig das Headquarter liegt in Ellon an der rauen Ostküste Schottlands ganz in der Nähe der Stadt Aberdeen. Hier hatte ich für ein paar Tage Einblicke in das gesamte Werk und muss sagen, dass ich schwer beeindruckt bin. Selten habe ich gesehen, wie nah Professionalität, Style und Herzblut zusammenliegen können. Jedoch möchte ich jetzt gar nicht lange Lobeshymnen singen...Dieser Post soll eigentlich eine Art Ankündigung sein, dass ich in der nächsten Zeit wohl öfter über die Bierszene Schottlands bzw. Großbritanniens berichten werde, da ich mich aus beruflichen Gründen dort aufhalten werde. Ich bin gespannt, was mich erwartet und freue mich auf neue Herausforderungen sowie alles, was mir das Land der Highlander zu bieten hat. In diesem Sinne hänge ich euch noch ein paar Bilder meines Aufenthaltes bei den Brauhunden an und sage: Auf zu neuen Ufern! 2015 wird bierig!
Von Außen recht unscheinbar: Das BrewDog Headquarter in Ellon.
Sudkessel und Streetart an der Wand. Bei BrewDog fusioniert Professionalitat mit Style wie in keiner anderen Brauerei, die ich bisher gesehen habe.
In neonroter Schrift leuchtet in der Brauerei das Motto der beiden Gründer James Watt & Martin Dickie.
Das Innere der Brauerei bietet imposante Einblicke.
Knuspers Bierblog und BrewDog Head Brewer Stewart Bowman. Mein Bart sieht auf diesem Bild vergleichsweise mehr als mickrig aus...
Die BrewDog Bar in Ellon schließt nahtlos an die Brauerei an.
Craftbeer on tap: Die BrewDog Bar in Ellon.
Direkt an die Brauerei-Bar schließt eine 'Mini-Brauerei' für Test- bzw. Pilotensude an. Hinter dem Schriftzug 'WITHOUT US WE ARE NOTHING' sitzt das Büro der Brauer.
Etwas trist ist es in Ellon schon: Außer einem Tesco-Supermarkt, ein paar Bed & Breakfast Häusern und der BrewDog-Brauerei ist hier nicht viel los. Wesentlich zivilisierter lässt es sich im gut 25 km entfernten Aberdeen leben.
Wer in Aberdeen mitten in der Stadt Durst verspürt, dem sei die sehr zentral gelegene BrewDog Bar ans Herz gelegt.
Blick aus der Bar auf das Marischal College in Aberdeen.
Knuspers Mitbringsel (etwas unscharf): An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die Lufthansa, die meinen Koffer trotz Übergewicht ohne Aufpreis sanft nach Deutschland transportiert hat! Detailliertere Beschreibungen sowie Verknusperungen zu einigen Bieren folgen...