Freitag, 18. Juli 2014

Die Braumeister N°04 Edition von Duckstein

Da ich zurzeit noch in meiner alten Heimat zu Besuch bin und es dort keinen Craftbier-Laden gibt, leide ich an permanentem Geschmacksentzug. Umso größer sind meine Augen, wenn ich dann im hiesigen Supermarkt doch mal etwas entdecke, das zumindest nicht überall verfügbar ist. So kam es, dass mich die neue Braumeister N°04 Edition von Duckstein anlachte und brüllte "Nimm mich mit!". Das tat ich dann auch, weshalb es nun eine Verknusperung mit der frisch auf den Markt geworfenen limitierten Edition aus dem Hause Holsten gibt. Sie nennt sich 'Sonnenmalz' und trumpft mit vier verschiedenen Sorten an Gerstenmalz auf: Pilsner, Caramel, Dextrin sowie Crystal landeten in der Würze, die mit Hallertauer Mittelfrüh gehopft, bevor sie sodann obergärig vergoren wurde. Ich erwarte ein sehr malzbetontes Bier, das an heißen Sommertagen fruchtig-würzig für Abkühlung sorgt und bin gespannt, ob diese Braumeister Edition im Test besser als ihr Vorgänger N°03 abschneidet. Wie immer zunächst den Kronkorken freipopeln und ab geht's!


Die Malz-Komposition sorgt schon mal für eine tolle Farbe im Glas, denn der Gerstensaft erstrahlt in einem satten Rotgold in der Sonne, sodass die Spannung auf den Geschmack steigt. Bedeckt ist die Flüssigkeit von einem leicht beigen, mittelporigen Schaum, der erst recht schnell zusammenfällt, bevor er eine Zeigefinger dicke Haube hinterlässt. Zum Riechen gibt es einen Mix aus grasigen Noten, die eher an ein Helles erinnern und dunklen, fruchtig-nussigen Nuancen von Rosine und Haselnuss.


Der Einstieg verläuft sehr milde mit einer leicht prickelnden Karbonisierung. Dabei verhält sich der Malzkörper zunächst überraschend sanft und nicht aufmüpfig, was für meinen Geschmack positiv zu werten ist. Ich hatte die Befürchtung, dass das Bier im Antrunk zu wuchtig sein könnte. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die vier Malze geben zwar den Ton an, verhalten sich dabei aber diskret ohne den Verkoster umzuhauen. Sie bearbeiten die Knospen mit Röstaromen, die leicht süßlich an Russisch Brot erinnern. Zeitweise fühlt man sich hier tatsächlich, als tränke man ein Malzbier ohne Alkohol, was dann im Mittelteil auch etwas eintönig wirkt. Hier dominiert die Restwürze, während sich die fruchtigen Noten der Gärungsprodukte zu sehr im Hintergrund aufhalten. Ein leichter Einstieg mit Entfaltung der Aromen - das wär's gewesen. Zum Finish nehmen dann aber zum Glück die 5,4% vol. gepaart mit einer feinen Hopfenherbe an Fahrt auf, was immerhin für einen knackigen Abgang sorgt.

Alles in allem etwas zu monoton, das 'Sonnenmalz'. Dennoch passt der Name ganz gut zum Programm und macht die Braumeister Edition N°04 zu einem Sommertrunk für Malzbier-Fans. Besser als N°03, den Vogel schießt die N°04 aber auch nicht ab. Knusperfaktor 5/10 - Prost!


Fakten: 5,4% vol., Stammwürze/Bittereinheiten: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Dextrin, Caramel, Crystal), Hopfen

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