Mittwoch, 30. Juli 2014

Fruchtiger Hopfenauflauf von Brew Age aus Wien

Die Jungs von Brew Age haben mich schon auf dem Craft Bier Fest Wien mit ihren Kreationen beeindruckt und bieten neben dem Pale Ale 'Hopfenauflauf', dem Wiener Lager 'Malzstraße' mittlerweile auch ein Holunderblütenbier namens 'Garten Eden' an. Dieses habe ich zwar leider nicht zur Hand, dennoch freue ich mich nun genauso auf den Hopfenauflauf, welcher mit moderaten 35 IBU für fruchtig-herbe Erfrischung sorgen sollte. Noch kurz vermerkt, dass die Flasche mit ihrem an Graffiti erinnernden Design sehr schön zu betrachten ist, geht es auch schon los.


Notizen

  • Schaum: weiß, feinporig, könnte etwas stabiler sein
  • Farbe: knackiges gold-orange
  • Klarheit: gleichmäßig, leicht trüb
  • Geruch: rein, karamellig, fruchtig nach Steinfrüchten



Knusperfazit

Der Antrunk des Pale Ales verläuft weich mit samtig-prickelnder Rezenz, während ein karamelliges Malzbett das Fundament bildet, auf dem sich der Hopfenauflauf Schicht für Schicht aufbaut. Die drei Hopfensorten Chinook, Citra und Centennial können sich dabei gut entfalten und sorgen für ein Bouquet aus tropischen Früchten mit spritziger Zitrusnote. Durch die nicht anhängende Bittere im Abgang wirkt das Wiener Pale Ale fast wie ein leichtes Session IPA und bietet gerade an tropisch-schwülen Sommertagen eine aromatische Erfrischung. Mir persönlich sind die 35 IBU im Finish ein kleines bisschen zu flach, dennoch ein leckeres, gelungenes Pale Ale von Brew Age.

Knusperfaktor 7/10 - Prost!


Beerfacts

Alkohol: 5,4% vol., Stammwürze: 12,6°P, Bittereinheiten: 35 IBU

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Karamel), Hopfen (Chinook, Citra, Centennial)

Netz

http://www.brewage.at
https://www.facebook.com/BrewAge

Kaufen

http://mybier.myproduct.at/brewage

Freitag, 18. Juli 2014

Die Braumeister N°04 Edition von Duckstein

Da ich zurzeit noch in meiner alten Heimat zu Besuch bin und es dort keinen Craftbier-Laden gibt, leide ich an permanentem Geschmacksentzug. Umso größer sind meine Augen, wenn ich dann im hiesigen Supermarkt doch mal etwas entdecke, das zumindest nicht überall verfügbar ist. So kam es, dass mich die neue Braumeister N°04 Edition von Duckstein anlachte und brüllte "Nimm mich mit!". Das tat ich dann auch, weshalb es nun eine Verknusperung mit der frisch auf den Markt geworfenen limitierten Edition aus dem Hause Holsten gibt. Sie nennt sich 'Sonnenmalz' und trumpft mit vier verschiedenen Sorten an Gerstenmalz auf: Pilsner, Caramel, Dextrin sowie Crystal landeten in der Würze, die mit Hallertauer Mittelfrüh gehopft, bevor sie sodann obergärig vergoren wurde. Ich erwarte ein sehr malzbetontes Bier, das an heißen Sommertagen fruchtig-würzig für Abkühlung sorgt und bin gespannt, ob diese Braumeister Edition im Test besser als ihr Vorgänger N°03 abschneidet. Wie immer zunächst den Kronkorken freipopeln und ab geht's!


Die Malz-Komposition sorgt schon mal für eine tolle Farbe im Glas, denn der Gerstensaft erstrahlt in einem satten Rotgold in der Sonne, sodass die Spannung auf den Geschmack steigt. Bedeckt ist die Flüssigkeit von einem leicht beigen, mittelporigen Schaum, der erst recht schnell zusammenfällt, bevor er eine Zeigefinger dicke Haube hinterlässt. Zum Riechen gibt es einen Mix aus grasigen Noten, die eher an ein Helles erinnern und dunklen, fruchtig-nussigen Nuancen von Rosine und Haselnuss.


Der Einstieg verläuft sehr milde mit einer leicht prickelnden Karbonisierung. Dabei verhält sich der Malzkörper zunächst überraschend sanft und nicht aufmüpfig, was für meinen Geschmack positiv zu werten ist. Ich hatte die Befürchtung, dass das Bier im Antrunk zu wuchtig sein könnte. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die vier Malze geben zwar den Ton an, verhalten sich dabei aber diskret ohne den Verkoster umzuhauen. Sie bearbeiten die Knospen mit Röstaromen, die leicht süßlich an Russisch Brot erinnern. Zeitweise fühlt man sich hier tatsächlich, als tränke man ein Malzbier ohne Alkohol, was dann im Mittelteil auch etwas eintönig wirkt. Hier dominiert die Restwürze, während sich die fruchtigen Noten der Gärungsprodukte zu sehr im Hintergrund aufhalten. Ein leichter Einstieg mit Entfaltung der Aromen - das wär's gewesen. Zum Finish nehmen dann aber zum Glück die 5,4% vol. gepaart mit einer feinen Hopfenherbe an Fahrt auf, was immerhin für einen knackigen Abgang sorgt.

Alles in allem etwas zu monoton, das 'Sonnenmalz'. Dennoch passt der Name ganz gut zum Programm und macht die Braumeister Edition N°04 zu einem Sommertrunk für Malzbier-Fans. Besser als N°03, den Vogel schießt die N°04 aber auch nicht ab. Knusperfaktor 5/10 - Prost!


Fakten: 5,4% vol., Stammwürze/Bittereinheiten: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Dextrin, Caramel, Crystal), Hopfen

Sonntag, 13. Juli 2014

Bier-WM Verknusperung Nr.10: Deutschland - Argentinien

FINALE!

Heute ist es tatsächlich so weit. Die deutsche Fußball Nationalmannschaft zieht ins Finale der Weltmeisterschaft ein und trifft dabei auf Argentinien. Ob nun der letzte Schritt zum Weltpokal gelingt, soll der Biertest entscheiden. Ich denke aber, dass beim Anblick des deutschen Vertreters fast schon klar ist, wie das ausgeht...

Deutschland geht mit dem 'TAP5 - Meine Hopfenweisse' der Kelheimer Weissbierbrauerei Schneider Weisse, Argentinien mit dem Lagerbier seines offiziellen Sponsors Quilmes Cerveza an den Start. 

Los geht's!


Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Hopfenweisse der Weissbierprofis aus Bayern noch nie zuvor probiert habe, steht sie doch seit eh und je im gut sortierten Getränkeladen meines Vertrauens Maruhn Welt der Getränke. Doch irgendwie ist sie mir immer durch die Lappen gegangen - bis jetzt. Und so viel kann ich schon mal sagen: Das TAP5 wird ab sofort öfter in meinem Einkaufskorb landen. Denn es strotzt nur so vor wundervoller Geschmacksvielfalt. Zunächst liegt es mit einem hefetrüben, kräftigen Orange im Glas und wird von einer cremigen, mehr als standhaften Schaumkrone getoppt. Sensorisch macht die Hopfenweisse ihrem Namen wirklich alle Ehre. Es breitet sich ein fantastischer Duft nach Ananas und Grapefruit in der Luft aus, der auf die ordentlich dosierte Hopfengabe von Saphir und Hallertauer Tradition zurückzuführen ist. Ich kann mir vorstellen, dass hier noch zur Nachgärung hopfengestopft wurde, so intensiv wie das riecht. Im Antrunk packen mich dann zunächst genau diese Aromen, die in einen moussierend weichen Körper aus Gersten- und Weizenmalz gebettet sind. Zurückhaltende Kohlensäure sowie knackige 8,2%, die der Spritzigkeit absolut keinen Abbruch tun, runden das Geschmackserlebnis ab. Hopfenfeuerwerk! Wahnsinn! Zum sanft-süffigen Abgang macht sich dann noch der typische Bananengeschmack, den ein Weizen auszeichnet, bemerkbar und lässt das Bier zur Krönung völlig vollendet wirken. Weltmeisterlich, diese Hopfenweisse! Das beste Weissbier, das ich je getrunken habe. Da bekommt man ja'ne Gänsehautentzündung!

Das Quilmes Lagerbier hat es jetzt natürlich schwer, steht es blank goldgelb mit flüchtiger Schaumhaube vor mir im Glas und möchte zumindest versuchen, den deutschen Gegner zu beeindrucken. Die Chance sei ihm gegeben, jedoch bringt ein derart defensives Geschmacksverhalten keine Punkte. Die Nase vernimmt eine grasige Note, die leicht metallisch wirkt und schnell in der Luft verpufft. Der Antrunk verläuft zunächst angenehm leicht mit spritziger Rezenz, die gut mit dem getreidig-frischen Malzkörper harmoniert. Ich meine, etwas mehr Hopfenblume wahrzunehmen, als es bei dem ein oder anderen importierten Lager in dieser Bier-WM der Fall war. Doch das reicht leider nicht, denn der Angriff auf die Geschmacksknospen verläuft sich irgendwo im Mittelfeld und driftet zunehmend ins Wässrige ab. Schade eigentlich, denn eine feinherbe Bittere hätte dem Quilmes zum Abgang gut gestanden, sodass es kühl getrunken als solider Verlierer den Platz hätte verlassen können. So wird es vom Gegner aus Bayern (passt ja irgendwie auch zum Team der Nationalelf) einfach nur demontiert. Sorry Argentina.

Freunde, wir haben einen Gewinner! Deutschland ist - zumindest in der Bier Verknusperungs-WM - Weltmeister! Gratulation & Prost! Hoffentlich wird das heute Abend auch so einfach...

TAP5 Meine Hopfenweisse: Knusperfaktor 10/10

Quilmes Lager: Knusperfaktor 4/10

Dienstag, 1. Juli 2014

Biervielfalt im Weinland: Zu Besuch im Craft Beer Restaurant Mainz

Vor Kurzem habe ich mich auf den Weg nach Mainz gemacht, genauer gesagt ins westlich der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt gelegene rheinhessische Budenheim. Der Grund dafür hat - wie konnte es auch anders sein - natürlich etwas mit Bier zu tun. Dort befindet sich nämlich der Mainzer Golfclub, dessen Restaurant '19' quasi direkt am Golfplatz liegt und sowohl Golfer als auch Nichtgolfer mit kulinarischen Köstlichkeiten sowie einer wirklich beachtlichen Auswahl an Bier versorgen will. Auf der Terrasse des Lokals, das sich auch 'Craft Beer Restaurant Mainz' nennt, kann man bei schönem Wetter mit direktem Blick auf die Wiese wunderbar essen und trinken. Das Restaurant präsentiert sich auf den ersten Eindruck grün, gemütlich und einladend.

Das Restaurant des Mainzer Golfclubs liegt direkt am Golfplatz in Budenheim und wirkt gemütlich und einladend.
Mit direktem Blick auf die Wiese schmeckt gutes Bier bei bodenständiger bis ausgefallener Küche noch besser.
Die Karte des Restaurants erstreckt sich von klassisch regionalen Gerichten, wie dem 'Best Handkäs in Town' (Wiki: Handkäs) bis hin zu internationaler Küche wie Gambas aus dem Tonpfännchen oder argentinischem Rumpsteak, wobei der Bezug zu Bauern und Metzgereibetrieben aus der Region nie außer Acht gelassen wird. Zusätzlich gibt es eine stetig wechselnde Wochenkarte mit verschiedensten Variationen passend zur Saison. Es ist also für jeden Gaumen etwas dabei.

Die Wochenkarte bietet wechselnde saisonale Köstlichkeiten.
Im inneren Bereich, der ein angenehm modernes Flair offenbart, wird dann auch der Bezug zum Bier klar. Denn direkt neben der Bar befindet sich ein Kühlschrank, der Craftbier-Herzen höher schlagen lässt. Er bildet die Brücke zwischen gutem Essen und ausgefallenen Biersorten, über die sich der interessierte Gast beim fachkundigen Personal gerne informieren kann. Der Craftbier-Kenner wird neben vielen bekannten Bieren auch einige entdecken, die er bisher nicht kannte. Zumindest ging es mir so...

Sorgt für große Augen bei Bier-Liebhabern: Der Kühlschrank.
Wer sich für die riesige Bierauswahl interessiert, kann sich vom fachkundigen und freundlichen Personal beraten lassen.
Der moderne innere Bereich des Craft Beer Restaurants in Budenheim wirkt gemütlich und hell.
Was ich besonders toll an der Bierkarte finde ist, dass man sowohl Craftbier aus heimischen Gefilden, als auch aus allen Ecken der Welt anbietet. So finden sich auf der Karte Biere von Hopfenstopfer, BrauKunstKeller, CREW, Propeller, Kehrwieder, KuehnKunzRosenRiedenburger, Flying Dog, Rogue, Sierra Nevada, BrewDog, Brauhaus Gusswerk, Brewfist, Birra BaladinMidtfyns Bryghus  oder der Brooklyn Brewery - nur um mal eine kleine Auswahl zu nennen. Es gibt natürlich viel, viel mehr zu entdecken. Wie zum Beispiel das Rotfux von Frauenauer Turbinenbräu, einem goldfarbenen Pale Ale, dessen Cascade und Citra Hopfen durch ein sommerliches Bouquet von Limette sowie herber Melisse besticht. Ebenfalls sei dem Besucher das hauseigene 'Club-Bier' vom Fass ans Herz gelegt, das mit seiner leichten, hopfenbetonten Citrus-Note bei enormer Süffigkeit den perfekten Einstieg in die Welt des Craftbiers bietet.

Die beeindruckende Bierkarte im Mainzer Golfclub Restaurant '19' bietet eine internationale Auswahl an Craftbier.
Doch wer kommt eigentlich auf diesen vermeintlich ungewöhnlichen Gedanken, so viel Bier in einem Restaurant anzubieten, das sich inmitten des größten Weinbaugebietes Deutschlands befindet? In Rheinhessen gibt es an jeder Ecke Riesling oder Müller-Thurgau, was ein IPA oder Stout ist dürften jedoch die Wenigsten wissen. Das will man in Budenheim schnellstmöglich ändern. Hinter der Idee steckt der Gastronom und Betreiber des Restaurants Jörn Stoll, der gemeinsam mit dem Mediendesigner, Bierblogger und IHK-Bierbotschafter Andreas Fitza das Craft Beer Zentrum Mainz ins Leben gerufen hat. Dieses versorgt nicht nur die Mainzer und Gäste des Golfclub Restaurants mit Craftbier, sondern auch eine Vielzahl von Lokalitäten im Rhein-Main Gebiet. Darüber hinaus werden über das selbst ernannte 'Epizentrum der Biervielfalt' das gesamte Jahr über eine Reihe von Events organisiert oder Veranstaltungen mit ausreichend gutem Bier versorgt. So auch die regelmäßigen Craftbier-Seminare, die auf dem aktuellen Jahresplan des Restaurants zu finden sind. Zum Beispiel findet am 28. September das 'Craft-Beer Seminar „Heimbrauer“ Nr. 2' statt, bei dem Andreas und Jörn intensiv auf ausgewählte Bierstile eingehen, die bei einem entsprechenden Food-Pairing im Dialog mit den Teilnehmern diskutiert werden. Eine tolle Idee!

Die zwei treibenden Craftier-Motoren im Restaurant '19': Jörn Stoll (links) und Andreas Fitza (rechts)
Andreas Fitza selbst lernte die Vielfalt des Craftbiers über seinen in den USA lebenden Bruder kennen, der ihm bei einem Besuch in den Staaten viele Mikrobrauereien zeigte. Seitdem ist er stets wissensdurstig nach unbekannten, interessanten Bierstilen und hat es nebenbei geschafft mit seinem Bruder ein eigenes Bier zu kreieren. Das Fitzabräu Pale Ale, welches natürlich auch in Budenheim erhältlich ist, wurde mit den Hopfensorten Northern Brewer und Mandarina Bavaria eingebraut und mit Green Bullet hopfengestopft. Es beeindruckt erfrischend-aromatisch durch sein perliges Mundgefühl, welches feinherb von Zitrus und Pinienkernen im Karamellkörper begleitet wird.

Abschließend kann ich nur sagen, dass es mir im Craft Beer Restaurant Mainz wirklich sehr gut gefallen hat. Super Leute, super Essen, super Bier - ein klasse Gesamtpaket eben. Und wer jetzt Lust bekommen hat, in die Welt des Craftbiers einzutauchen, sich weiterzubilden oder einfach gut zu essen, der ist beim Restaurant '19' an der richtigen Adresse. Danke nochmal für die Zeit, die sich Jörn Stoll und Andreas Fitza genommen haben. Vielleicht sieht man sich ja beim nächsten 'Heimbrauer' Seminar...

Prost!

Das Pale Ale der Gebrüder Fitza: Hopfengestopft mit Green Bullet.

Glücklicher Knusper mit Craftbier in den Händen.

Mitbringsel aus Budenheim: KuehnKunzRosen 'Kerlig Hell' & 'Kuehnes Blondes', Fitzabräu Pale Ale, 'Rot'- & 'Weißfux' von Frauenauer Turbinenbräu

Infos:

Craftbeer Zentrum Mainz:

http://craftbeer-zentrum.de/
https://www.facebook.com/CraftBeerZentrum

Craftbeer Restaurant '19' Mainz:

http://www.mainzer-golfclub.de/restaurant19
https://www.facebook.com/CraftBeerRestaurantMainz

Oberer Mombacher Weg 4
55257 Budenheim
Tel.: 06139 / 29 30 21
E-Mail: restaurant-mgc@gmx.de

Öffnungszeiten Restaurant:

April bis September
Montag bis Freitag von 11:00 bis 22:00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag von 09:30 bis 22:00 Uhr

PS: Neben der Bierkarte bietet das Restaurant natürlich auch Wein aus Rheinhessen an...