Mittwoch, 4. Juni 2014

Zwei neue Bierspezialitäten von Köstritzer: Witbier und Pale Ale

Köstritzer braut nur Schwarzbier? Stimmt nicht! Seit einiger Zeit gibt es bereits das Kellerbier und nun erweitert die Brauerei, die zur Bitburger Braugruppe gehört, ein weiteres mal ihr Sortiment. Die sogenannten 'Meisterwerke' sollen einen Einblick in die Geschmacksvielfalt des Bieres abseits der gängigen Sorten geben. Ein Witbier und ein Pale Ale soll es sein. Während es sich beim Witbier um ein Weizenbier belgischen Ursprungs handelt, das als Besonderheit mit Orangenschalen und Koriander gewürzt wird, zeichnet sich das Pale Ale bekanntlich durch sein ausgeprägtes Hopfenaroma aus. Bewusst lasse ich hier die Craftbier/ Industriebier Diskussion außen vor und widme mich ganz meiner eigenen sensorischen Wahrnehmung. Die beiden Bierspezialitäten gibt  es im praktischen Viererpack (2 x 0,5l jeder Sorte) im Super- oder Getränkemarkt für 4,99€ zu kaufen. Ich wurde vor einigen Tagen bei Tegut fündig und war bei der Verknusperung durchaus überrascht!


Zunächst zum Witbier: Hellgelb und gleichmäßig trüb liegt es im Glas. Auch die Schaumkrone macht keine Fehler und erstrahlt in einem feinporigen, hellen Weiß. Wer dann am Glas schnuppert denkt zunächst einmal nicht unbedingt an ein Weizenbier, denn außer etwas Hefe sowie einem eher frischen, anstatt würzigen Malzgeruch kommt nicht wirklich viel in der Nase an. Vom typischen Bananenaroma keine Spur, aber da vermute ich, dass das vielleicht sogar gewollt ist, um den besonderen Zutaten Vorrang zu lassen. Doch auch geschmacklich lässt sich irgendwie keine klare Linie definieren. Ein rasanter Antrunk mit prickelnder Rezenz macht mit einem sehr zurückhaltend schlanken Malzkörper den Anfang. Hinzu gesellen sich einige Orangenschalen, die aber einfach zu wenig Power haben. Ich liebe Koriander und deshalb bin ich umso enttäuschter, dass ich davon leider rein gar nichts erschmecken kann, denn auch im Abgang dümpelt das Gebräu zwar süffig aber ohne eine definierte Geschmacksrichtung die Kehle hinab. Insgesamt bringt das Witbier eine durchaus ansprechende Frische mit, ansonsten wirkt es aber charakterlos und trist. Hier habe ich mir mehr Mut erhofft. Knusperfaktor 4/10.

Köstritzer Witbier: Schnitt aufgrund zu wenig Aromatik leicht unter dem Durschnitt ab.

Jetzt zum Pale Ale: Da will ich gleich vorwegnehmen, dass ich wirklich sehr positiv überrascht war. Eingeschenkt erstrahlt es in einem knalligen Orange, das farblich schon in Richtung IPA tendiert. Der Schaum verhält sich sehr fein und standhaft und die freigesetzte Duftwolke von exotischen Früchten verrät sofort wohin die Reise geht. Ja, man hat sich tatsächlich Gedanken gemacht bei der Entwicklung des Pale Ales, sind die fünf Hopfensorten doch wirklich fein aufeinander abgestimmt und beginnen mit dem ersten Schluck die Geschmacksnerven intensiv zu bearbeiten. Dabei verhält sich der leicht süßliche Malzkörper fast schon so zurückhaltend, wie man es in erster Linie von Ales amerikanischer Herkunft kennt. Umso intensiver schlägt deshalb die Bittere zusammen mit tropischen Aromen von Passions- und Citrusfrucht ein und entfaltet sich bis hin zum Abgang. Einzig die Kohlensäure ließ bei meinen zwei Flaschen relativ schnell nach. War der erste Schluck noch fast zu prickelnd, fiel der letzte schon etwas schal aus. Ansonsten finde ich das Pale Ale ausgewogen, durchdacht und extrem lecker! Knusperfaktor 8/10.

Köstritzer Pale Ale: Bestach durch herrliche Hopfenaromen. Der klare Gewinner!

Mein Fazit lässt sich eigentlich recht schnell zusammenfassen: Ich hätte gerne noch ein Vierer-Pack - allerdings ohne Witbier und nur mit Pale Ale. Prost!


Fakten Witbier: 5,4% vol.; Stammwürze/IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz), Weizenmalz, Hopfen (Golding), Orangenschalen, Koriandersamen, Hefe

Fakten Pale Ale: 6,4% vol.; Stammwürze/IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Karamellmalz), Hopfen (Citra, Delta, Hallertau Blanc, Galaxy, Calypso), Hefe

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