Mittwoch, 25. Juni 2014

USA - Deutschland: WM-Verknusperung Nr.9

Morgen geht es im entscheidenden Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die USA und Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Wie geht's aus? Der Biertest entscheidet! Diesmal mit zwei echten Hochkarätern beider Nationen...

Die USA gehen mit dem 'Local 1' von The Brooklyn Brewery, Deutschland mit dem 'Sommernachtstraum' von Holladiebierfee an den Start. Los geht's!


Das Local 1 aus der in New York ansässigen Brooklyn Brewery ist ein Mix belgischer Bierstile aus Saison und Tripel. Bei dieser Kreation von Braumeister Garrett Oliver kamen Pilsener Gerstenmalz, Demerara Zucker sowie die Hopfensorten Hallertauer Perle, Steirischer Golding und Aurora zum Einsatz. Ähnlich wie bei Champagner wurde das Bier in der Flasche vergoren, was ihm eine besondere Charakteristik verleihen soll. Mit 9% Alkoholgehalt in einer 0,75l Flasche ist es jedenfalls eine ziemliche Hausnummer, die im Glas leicht trüb in altgold mit angebräuntem Schaum erstrahlt. Die großzügige Krone setzt sich aus mittelgroßen Poren zusammen und sondert einen Duft von Herbstfrüchten, Gewürzen und einer ganzen Menge (fast schon stechend wirkender) Hefe ab. Im Antrunk ist die durch die Flaschengärung entstandene turbulente Karbonisierung zu spüren, die jedoch mit jedem Schluck rasant abnimmt, sodass das Bier nach einiger Zeit etwas schal wirkt. Geschmacklich ist vom Hopfen erwartungsgemäß nicht sonderlich viel wahrzunehmen, da ihm vom vergorenen Zucker und dem wuchtig-säuerlichen Malzkörper schlicht die Luft genommen wird. Dennoch sind Aromen von unreifer Banane und Zitrusfrüchten zu vernehmen, die von einer moderaten Bitternote begleitet werden. Diese dominiert auch das Finish und sorgt für einen trockenen Abgang, der jedoch eher eintönig herb verläuft. Hier hätte ich mir etwas mehr Hopfen-Aromenbreite gewünscht. Handwerklich ist das Local 1 mit Sicherheit sehr komplex und gut gelungen, aufgrund der Malz/Hefe-Dominanz fehlt es mir allerdings etwas an geschmacklicher Tiefe.

Der deutsche Gegner heißt 'Sommernachtstraum' und kommt aus dem bayerischen Hof in Oberfranken. Holladiebierfee - das sind vier Braumeisterinnen, die sich zusammengetan haben um gemeinsam Kreationen aus Hopfen und Malz zu entwickeln. In diesem Fall ein Starkbier, welches mit Gersten-, Dinkel- und Caramelmalz sowie Spalter Aromahopfen eingebraut wurde. Außerdem kamen Ale- und Champagnerhefe zum Einsatz, die dem Bier in der außergewöhnlich kurvenreich geformten 0,75l Flasche 6% Alkoholgehalt verleihen. Wie beim Match-Gegner aus Brooklyn muss zunächst einmal der Korken knallen, bevor sich der flüssige Inhalt ins Glas überführen lässt. Ist dies geschehen, präsentiert sich orange-roter Gerstensaft mit leicht bräunlichem, super-standhaftem Schaum, der aufgrund seiner teilweise am Glas haftenden, groben Poren etwas an Badeschaum erinnert. Der Geruch lässt allerdings eindeutig auf Bier schließen und gibt wunderbare Noten von Karamell und Orangenschalen preis. Im Antrunk greift das dreifache Malz und schmeichelt dem Mundraum prickelnd mit einer ordentlichen Portion Süße. Irgendwo zwischen Bananenbrot und Streuselkuchen siedelt sich die süßlich-würzige Röstnote an, die genau im richtigen Moment vom Hopfen abgelöst wird. Dieser sorgt nämlich dafür, dass im weiteren Verlauf etwas mehr Herbe aufkommt, die in ein Nest aus Pampelmuse und Trauben gebettet ist. Währenddessen ist der Malzkörper jedoch permanent vorhanden und hält somit die Balance. Hopfen und Malz liegen hier wirklich gut im Einklang. Für meinen Geschmack könnte im Finish trotzdem noch etwas mehr IBU-Power vorhanden sein. Insgesamt macht die Mischung den Sommernachtstraum zu einem leckeren, ausgeglichenen Tropfen für Männer und Frauen. Und das zu jeder Jahreszeit. Prost!

In diesem Match bezwingen die Bierfeen den wuchtigen Gegner aus NY. Sieg für Deutschland!

Local 1: Knusperfaktor 5/10

Sommernachtstraum: Knusperfaktor 8/10

Sonntag, 22. Juni 2014

Belgien - Russland: WM-Verknusperung Nr.8

Belgien geht mit dem Houblon Chouffe Dobbelen IPA Tripel der Brasserie d' Achouffe, Russland mit einem hellen Bier der Ivanovo Brauerei an den Start. Los geht's!


Das belgische Tripel besitzt stolze 9% Alkoholgehalt und verzaubert mit voluminösem Schaum auf sonnengelber Flüssigkeit. Es verströmt hefig-malzige Aromen mit einem Hauch von Orangenschalen. Typisch für ein Tripel kommt es mit einem starken Einstieg daher und weiß durch perlige Rezenz zu beeindrucken. Die Hopfenaromen fallen jedoch schwächer aus, als gedacht. Um den wuchtigen Malzkörper schlingelt sich dezent Orange und eine Handvoll Pinienkerne, die mit einem sehr feinherben Abgang einhergehen. Zum Finish bleibt die Bittere im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge kleben und verweilt dort noch sehr lange. Insgesamt ein gutes Tripel aus Belgien, dessen Geschmack allerdings keine Überraschungen aufweist.

Das helle Bier der Ivanovo Brauerei, welche sich rund 300 km nordöstlich von Moskau befindet, erstrahlt in blankem Gelb mit leichtem Rotstich. Der weiße Schaum verhält sich durchschnittlich feinporig, während die Nase leichte Malz und blumige Hopfennoten vernimmt. Im Antrunk prickelt es leicht und eine unangenehme Säure macht sich über die Geschmacksknospen her. Diese lässt zur Mitte hin glücklicherweise etwas nach und lässt Raum für...nichts. Nach dieser Leere folgt immerhin ein zartbitterer Abgang, der aber ebenfalls von kurzer Dauer ist. Ein leider sehr schwaches Bier.

In diesem Match fällt es nicht schwer einen Sieger auszumachen. Belgien gewinnt mit geballter Tripel-Kraft gegen einen öden, unausgewogenen Gegner aus Russland. Prost!

Houblon Chouffe Dobbelen IPA Tripel: Knusperfaktor 6/10

Ivanovo: Knusperfaktor 2/10

Samstag, 21. Juni 2014

Deutschland - Ghana: WM-Verknusperung Nr.7

Heute findet endlich das zweite Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft statt. Um 21 Uhr ist im Estádio Castelão Anpfiff gegen Ghana, weshalb nun auf Basis der folgenden Verknusperung orakelt wird, welches Team denn die besseren Karten hat!

Deutschland geht mit einem Pale Lager aus Mainz, dem 'Kerlig Hell' von KUEHN KUNZ ROSEN, Ghana mit dem 'Coconut-Beer' der Brouwerij Strubbe an den Start. Los geht's!


Der deutsche Vertreter namens 'Kerlig Hell' wurde mit den drei Hopfensorten Summit, Citra und Crystal sowie mit Pilsner und Cara-Hell Gerstenmalz eingebraut. Das gold-orangene Pale Lager mit 5,2% Alkoholgehalt besitzt einen nicht sonderlich üppigen, aber feinporigen Schaum von weißer Farbe. Ein feiner Duft nach Traube, Litchi und Heidelbeere füllt mit bemerkenswerter Intensität den Raum, was die Lust auf den ersten Schluck steigert. Dieser beginnt mit einem sanften Einstieg, der von dezenter Kohlensäure geprägt ist. Im diskret süßlichen Malzkörper ist eine sehr aromatische Hopfenkomposition verpackt, welche sommerliche Früchte in sich trägt. Hier tanzen neben Mandarine vor allem weiße Traube und Holunder auf der Zunge, was dem Bier einen tollen individuellen Charakter verleiht, da die typischen Citra-Noten eher in den Hintergrund rücken. Im Abgang wirkt das 'kerlige' zuweilen wenig herb, sondern eher malzsüßlich mit süffiger Rezenz. Etwas mehr Bittere hätte dem ansonsten wunderbar ausbalancierten 'Kuehn' für meinen Geschmack gut gestanden. Insgesamt gefällt mir das Hopfenaroma, welches eher von Summit und Crystal dominiert wird, sehr gut. Beide Daumen hoch!

Das Coconut-Beer aus Ghana verwirrt zunächst einmal wieder durch seine Herkunft. Wie auch das Eburni von der Elfenbeinküste wurde es 'under licence by Brouwerij Strubbe, Belgium' gebraut und sein Erlös kommt, wie auch beim Akosombo (Verknusperung Nr.6) 'Hilfsprojekten im Königreich Hohoe, Ghana' zugute. Dahinter steckt übrigens der dort regierende 'König Bansah', der in Deutschland eine Kfz-Reparaturwerkstatt betreibt und aus der Ferne sein Königreich in Ghana regiert. Kein Witz! Nun aber zum Bier. Beim 'Coconut-Beer' handelt es sich um ein Weizenbier, dem nach der Gärung Kokosnuss-Extrakt zugesetzt wurde, um es dann ein zweites Mal zu vergären. Herausgekommen ist ein milchig-gelbes Gebräu mit auffällig standhafter, kokosweißer Schaumkrone und 5,5% Alkoholgehalt. Es versprüht einen Duft nach vergorenem Obst, welcher etwas stechend in der Nase wirkt. Ein Hauch von Kokos ist dabei nur zu erahnen. Beim Antrunk denkt man zunächst an Sekt oder Federweisser, so perlig fällt die Kohlensäure aus. Im Mund schäumt das Bier extrem auf und gibt danach so langsam seine geschmackliche Tendenz preis. Diese setzt sich aus Apfelwein, Cider, Sekt und Biermischgetränk zusammen. Von Kokos kann ich beim besten Willen nichts erschmecken und auch hopfenmäßig geht da nicht viel. Bei einer Blindverkostung könnte ich nicht mal zu 100% behaupten, dass es sich hierbei um Bier handelt. Dennoch bietet der Geschmack durchaus Erfrischung, denn die Süße hält sich zum Glück so zurück, dass das Cideraroma durch dominante Säure nicht komplett aus dem Ruder läuft. Insgesamt hat das Coconut-Beer bei der Verknusperung jedoch weder mit Kokos noch mit Bier sonderlich viel zu tun. Deshalb schießt es quasi am Ziel vorbei und kann in diesem Match wenig punkten.

Deutschland geht aus dieser Partie mit einem erstklassigen Bier aus Mainz als klarer Gewinner hervor und schlägt seinen ghanaischen Gegner mit Leichtigkeit. Das hört sich doch nach einer guten Prognose für heute Abend an. Prost!

Kuehn Kerlig Hell: Knusperfaktor 8/10

Coconut-Beer: Knusperfaktor 3/10

Montag, 16. Juni 2014

Ghana - USA: WM-Verknusperung Nr.6

Ghana geht mit dem König Bansah Akosombo Premium Lager, die USA mit dem Hopside Down India Style Pale Lager von Widmer Brothers Brewing an den Start. Los geht's!


Mit dem Kauf des Akosombo unterstützt der Biertrinker "Hilfsprojekte im Königreich Hohoe, Ghana z.B. Krankenhäuser, Schulen, Brückenbau". Eine lobenswerte Aktion, die da auf dem Etikett der Flasche beschrieben wird. Der Ursprung des Bieres erscheint jedoch auch nach Besichtigung der Homepage (http://koenig-bansah.de/) nicht ganz ersichtlich. Dennoch soll es hier den ghanaischen Vertreter bilden, der nun verknuspert wird. Das Lager erscheint eingeschenkt im Glas Kupfergold mit einer sanften Schaumkrone. Dabei versprüht es einen ziemlich unangenehm muffig-käsigen Geruch, der auf schlecht gelagerten Hopfen schließen lässt. Der Antrunk verläuft süffig und das etwas dunklere Malz tut dem Körper dabei recht gut, indem es einen nussig-urigen Touch mit hinein bringt. Der Kellermuff schimmert leider auch hier bis in den Abgang aufgrund seines olfaktorischen Einflusses hindurch. Zum Schluss vermisse ich zudem noch etwas mehr Herbe. Das Bier zeigt vom ersten Schluck bis zum Finish keine Entwicklung und hat dazu noch einen merkwürdigen Beigeschmack. Schade, nicht sehr königlich.

Das Hopside Down aus Portland bietet farblich schöne Orangetöne und einen mittelmäßig standhaften, aber cremigen Schaum. Das India Style Pale Lager gehört zur 'Rotator IPA Series' der amerikanischen Brauerei. Bei diesem Konzept sollen zwei in ihrem Geschmacksspektrum unterschiedliche Hopfensorten zusammengebracht werden, sodass sie sich in Kombination sensorisch ergänzen. Und das schafft das Bier wunderbar, indem es mit dem Cascade Hopfen die typische IPA Fruchtigkeit von Honigmelone, Pfirsich und Maracuja mit einem trockenen, frischen Abgang durch den hauseigenen Alchemy Hopfen (-Blend) kombiniert. So entsteht ein 6,7% starkes, kalt vergorenes India Style Pale Lager, das überzeugt und echt lecker schmeckt. Das Rad erfindet man dabei jedoch nicht neu. Coole Idee mit solider Umsetzung aus Oregon!

Hinter beiden Bieren stecken gute Ideen. Die eine dient dem guten Zweck, die andere dem Geschmack. Der gute Zweck verdient einen Pluspunkt, geschmacklich gewinnt jedoch eindeutig das Hopside Down. Sieg für die USA!

Akosombo: Knusperfaktor 4 (3 + 1)/10

Hopside Down: Knusperfaktor 6/10

Deutschland - Portugal: WM-Verknusperung Nr.5

Bier-WM Verknusperung Nr.5: Deutschland - Portugal

In ein paar Minuten ist es so weit! Die deutsche Nationalmannschaft tritt in ihrem ersten Gruppenspiel gegen Portugal an. Deshalb kommt hier noch kurz vor Anpfiff die Prognose, die sich aus folgender Verknusperung ergibt.

Deutschland geht mit dem Rotfux Pale Ale von Frauenauer Turbinenbräu, Portugal mit dem Super Bock Original an den Start. Los geht's!


Der Rote Fux bringt ein warmes Goldgelb sowie eine wohlgeformte, satte Schaumkrone mit und liegt mit einer feinen Trübe im Glas. Sofort füllt eine Duftwolke vom verwendeten Cascade- und Citra-Hopfen den Raum und verwöhnt das Geruchsorgan mit Zitrus-, aber auch Kräuterduft. Im Antrunk wird diese Frische herrlich vom leichten Malzkörper transportiert, der eine dezente Karamellsüße mit sich bringt. So kann sich ein sommerfrisches Bouquet von Limette und herber Melisse wunderbar entfalten, welches zum Abgang mit einer angenehm dosierten Bittere klasse kombiniert wird. Eine wirklich gut gelungene Bierkomposition aus dem Bayerwald. Besonders gefällt mir die Kräuternote!

Der farblich ähnliche, aber deutlich blankere Super Bock schafft es zu keiner Schaumkrone, sondern sieht optisch eher wie eine Apfelschorle aus. Das spiegelt sich ebenfalls im süßsauer-getreidigen Geruch wider. Im Antrunk wird es spritzig und wahnsinnig unspektakulär. Es kommt zwar nicht an einige Vorgänger in diesem Turnier bezüglich Neutralgeschmack heran, jedoch kann es ihnen beinahe das "Wasser" reichen. Im Abgang pappt etwas Maisbrot auf der Zunge und wird dann noch etwas feinherb die Kehle hinabtransportiert. Die künstliche Süße vom zugesetzten Glukosesirup stört insgesamt ziemlich. Auch der abermals wässrige Charakter fällt unangenehm auf. Dennoch ist der Super Bock nicht ganz so unterirdisch wie vorherige Mitstreiter.

Der deutsche Rotfux geht gegen den portugiesischen Super Bock als klarer Gewinner hervor. Prost!

Rotfux: Knusperfaktor 8/10

Super Bock: Knusperfaktor 4/10

Samstag, 14. Juni 2014

Elfenbeinküste - Japan: WM-Verknusperung Nr.4

Bier-WM Verknusperung Nr.4: Elfenbeinküste - Japan

Die Elfenbeinküste geht mit dem Eburni Premium Lager, Japan mit dem Hitacho Nest Red Rice Ale der Kiuchi Brewery an den Start. Los geht's!


Zunächst ist die Herkunft des Eburni etwas unklar und schwammig deklariert. Es wird als Bier von der Elfenbeinküste verkauft, mit dem Nebensatz 'Brewed under licence by Brouwerij Strubbe, Belgium'. Wie dem auch sei, es bietet farblich einen schönen Anblick im Glas, mit großzügiger Schaumkrone auf hellgelber Flüssigkeit. Leider erinnert der frische, kräuterige Geruch auch etwas an Spüli mit Zitronenaroma, was mir nicht so gefällt. Auch im Antrunk kommt ein seifiger Geschmack auf, der den ansonsten angenehm karamelligen Malzkörper überdeckt. Ist da Spülmittel in den Sud geraten? Hopfig wird es noch einmal kurz in Richtung Abgang und dann ist Schluss. Das Eburni kann leider nicht wirklich überzeugen und bleibt höchstens durch seinen faden Beigeschmack im Gedächtnis.

Auf das Red Rice Ale war ich sehr gespannt, wurde es doch als Besonderheit mit rotem Reis eingebraut. Wie das wohl schmeckt? Anders, aber gut! Der Reis gibt dem 7% starken Bier eine tolle rötliche Farbe sowie einen rustikalen Geruch nach Algen und Reis, was sich auch im Geschmack widerspiegelt. Fast herzhaft mit leicht rauchigen Noten erinnert es tatsächlich an Dörrfleisch oder Bacon, kombiniert mit einer tollen Süffigkeit und ordentlicher Malzwürze. Ein wirklich außergewöhnliches Ale aus Fernost, das im Gedächtnis bleibt, da es geschmacklich etwas anderes bietet und Lust auf mehr macht.

Das Red Rice Ale gefällt mir richtig gut und macht Japan in diesem Match gegen die Elfenbeinküste zum klaren Sieger. Prost!

Eburni Premium Lager: Knusperfaktor 3/10

Red Rice Ale: Knusperfaktor 7/10

Kolumbien - Griechenland: WM-Verknusperung Nr.3

Kolumbien geht mit dem Club Colombia Lager, Griechenland mit dem Mythos Lager an den Start. Los geht's!


Die Farbe des Club Colombia kennzeichnet sich durch einen goldgelben, blanken Glanz. Feinporiger Schaum gesellt sich dazu, fällt aber nach 30 Sekunden komplett in sich zusammen. Tja, was soll ich zum Rest sagen? Ultraschlanker Körper, dazu etwas hopfige Adstringenz auf der Zunge. Leicht bitterer Abgang. Viel mehr hat das Bier nicht zu bieten.

Das griechische Mythos Lager ist farblich beinahe identisch, vielleicht noch einen Tick heller. Die weiße Schaumkrone macht einen etwas standhafteren Eindruck. Der Nase bietet das Bier ungelogen nur neutrale Luft. Da ist nichts zu vernehmen. Der 'Geschmack' ist leider nur als unterirdisch nichtssagend zu bezeichnen. Außer etwas süßlicher Würze geht da nicht mehr. Im Abgang bleibt der Eindruck von abgestandenem Wasser mit Süßstoff. Puh. Gut, dass es leer ist.

Diesmal fällt es mir echt schwer einen Sieger zu finden. Jedoch bietet das Club Colombia wenigstens etwas mehr Herbe als das Mythos. Knapper Sieg für Kolumbien in einem mehr als langweiligen Match. Prost!

Gerade lerne ich wieder zu schätzen, was Craftbier doch für eine Bereicherung für die Bierwelt ist. Monotonie pur bei den internationalen Lagerbieren aus der Industrie (Deutschland natürlich eingeschlossen). Aber das ist leider das, was mir der Getränkemarkt bieten konnte.

Club Colombia: Knusperfaktor 3/10

Mythos: Knusperfaktor 2/10

Freitag, 13. Juni 2014

Spanien - Niederlande: WM-Verknusperung Nr.2

Spanien geht mit dem Estrella Galicia 'Especial', Niederlande mit dem 'Natte Dubbel' der Brouwerij 't IJ an den Start. Los geht's!


Das spanische Estrella liegt strohgelb und glasklar im Pokal. Es versprüht malzige, an süßes Maisbrot erinnernde Aromen. Im Antrunk kommt dann schon Tristesse auf. Gelbes Wasser mit Malzaroma und Kohlensäure. Hui. Gut, es ist kalt und hat ein wenig Kohlensäure. Es löscht zumindest meinen Durst. Im Abgang kitzelt sogar noch einmal etwas Bitteres am Gaumen. Insgesamt kommen die Spanier aber mit diesem Bier höchstes auf eine 08/15 Ebene.

Der Gegner aus Amsterdam namens 'Natte' hat eine nussbraune Farbe sowie leicht bräunlichen, cremigen Schaum. Der röstmalzige, säuerliche Geruch trägt zudem etwas holziges in sich und macht Lust auf den ersten Schluck. Dieser gestaltet sich zunächst moderat trocken sowie mit einem recht vollmundigen Malzkörper, dessen Geschmack an Pumpernickel erinnert. Gefällt mir gut, da das Bier trotz seinen 6,5% Alkoholanteil nicht zu heftig wirkt und Lust auf ein zweites Dubbel macht. Im Abgang dominiert erst die Säure, dann bleibt Süße am Gaumen haften. Toll!

Ganz klarer Sieg für die Niederlande. Spanien kann heute Abend einpacken. Prost!

Estrella Galicia: Knusperfaktor 3/10

Natte Dubbel: Knusperfaktor 7/10

Donnerstag, 12. Juni 2014

Brasilien - Kroatien: WM-Verknusperung Nr.1

In ein paar Stunden ist Anpfiff in São Paulo zum FIFA World Cup und somit startet nun die erste Verknusperung der Bier-WM zum Spiel Brasilien - Kroatien heute Abend.

Brasilien tritt mit dem 'Gold Beer' von Xingu Beer gegen das Karlovačko aus Kroatien an.


Das helle 'Xingu Gold Beer' kommt mit einer sich schnell verflüchtigenden Schaumkrone und einem leicht herben Antrunk daher. Ansonsten ist hier leider neben etwas Malz nur viel Wasser zu erschmecken. Das Bier ist durchaus spritzig, der verwendete Cascade Hopfen fällt aber zu flach aus. Insgesamt ein sehr schlanker Tropfen, der an einem heißen Tag wie heute nur für eine kurze Erfrischung sorgt. Für mehr aber auch nicht.

Das farblich etwas dunklere Karlovačko bietet eine standhafte, weiße Schaumkrone und würzigen Malzgeruch mit floraler Note. Da kommt schon etwas mehr Freude auf. Der Antrunk verläuft spritzig und feinherb wie bei einem Pils. Die leichte Hopfenblume zieht sich bis zum Abgang durch und verweilt auch danach noch im Mund. Zumindest ist hier etwas mehr Hopfen und Malz zu erschmecken als beim Xingu. Allerdings bietet das Karlovačko keinen wirklichen Wiedererkennungswert, sodass man es nach gut fünf Minuten dann auch schon wieder vergessen haben dürfte.

Beide Biere keine Kracher. Da hoffe ich auf spannendere Partien. Kroatien schneidet dennoch unwesentlich besser ab als Brasilien und ist damit mein heutiger Sieger. Prost!

Xingu Gold Beer: Knusperfaktor 3/10

Karlovačko: Knusperfaktor 4/10

Mittwoch, 4. Juni 2014

Zwei neue Bierspezialitäten von Köstritzer: Witbier und Pale Ale

Köstritzer braut nur Schwarzbier? Stimmt nicht! Seit einiger Zeit gibt es bereits das Kellerbier und nun erweitert die Brauerei, die zur Bitburger Braugruppe gehört, ein weiteres mal ihr Sortiment. Die sogenannten 'Meisterwerke' sollen einen Einblick in die Geschmacksvielfalt des Bieres abseits der gängigen Sorten geben. Ein Witbier und ein Pale Ale soll es sein. Während es sich beim Witbier um ein Weizenbier belgischen Ursprungs handelt, das als Besonderheit mit Orangenschalen und Koriander gewürzt wird, zeichnet sich das Pale Ale bekanntlich durch sein ausgeprägtes Hopfenaroma aus. Bewusst lasse ich hier die Craftbier/ Industriebier Diskussion außen vor und widme mich ganz meiner eigenen sensorischen Wahrnehmung. Die beiden Bierspezialitäten gibt  es im praktischen Viererpack (2 x 0,5l jeder Sorte) im Super- oder Getränkemarkt für 4,99€ zu kaufen. Ich wurde vor einigen Tagen bei Tegut fündig und war bei der Verknusperung durchaus überrascht!


Zunächst zum Witbier: Hellgelb und gleichmäßig trüb liegt es im Glas. Auch die Schaumkrone macht keine Fehler und erstrahlt in einem feinporigen, hellen Weiß. Wer dann am Glas schnuppert denkt zunächst einmal nicht unbedingt an ein Weizenbier, denn außer etwas Hefe sowie einem eher frischen, anstatt würzigen Malzgeruch kommt nicht wirklich viel in der Nase an. Vom typischen Bananenaroma keine Spur, aber da vermute ich, dass das vielleicht sogar gewollt ist, um den besonderen Zutaten Vorrang zu lassen. Doch auch geschmacklich lässt sich irgendwie keine klare Linie definieren. Ein rasanter Antrunk mit prickelnder Rezenz macht mit einem sehr zurückhaltend schlanken Malzkörper den Anfang. Hinzu gesellen sich einige Orangenschalen, die aber einfach zu wenig Power haben. Ich liebe Koriander und deshalb bin ich umso enttäuschter, dass ich davon leider rein gar nichts erschmecken kann, denn auch im Abgang dümpelt das Gebräu zwar süffig aber ohne eine definierte Geschmacksrichtung die Kehle hinab. Insgesamt bringt das Witbier eine durchaus ansprechende Frische mit, ansonsten wirkt es aber charakterlos und trist. Hier habe ich mir mehr Mut erhofft. Knusperfaktor 4/10.

Köstritzer Witbier: Schnitt aufgrund zu wenig Aromatik leicht unter dem Durschnitt ab.

Jetzt zum Pale Ale: Da will ich gleich vorwegnehmen, dass ich wirklich sehr positiv überrascht war. Eingeschenkt erstrahlt es in einem knalligen Orange, das farblich schon in Richtung IPA tendiert. Der Schaum verhält sich sehr fein und standhaft und die freigesetzte Duftwolke von exotischen Früchten verrät sofort wohin die Reise geht. Ja, man hat sich tatsächlich Gedanken gemacht bei der Entwicklung des Pale Ales, sind die fünf Hopfensorten doch wirklich fein aufeinander abgestimmt und beginnen mit dem ersten Schluck die Geschmacksnerven intensiv zu bearbeiten. Dabei verhält sich der leicht süßliche Malzkörper fast schon so zurückhaltend, wie man es in erster Linie von Ales amerikanischer Herkunft kennt. Umso intensiver schlägt deshalb die Bittere zusammen mit tropischen Aromen von Passions- und Citrusfrucht ein und entfaltet sich bis hin zum Abgang. Einzig die Kohlensäure ließ bei meinen zwei Flaschen relativ schnell nach. War der erste Schluck noch fast zu prickelnd, fiel der letzte schon etwas schal aus. Ansonsten finde ich das Pale Ale ausgewogen, durchdacht und extrem lecker! Knusperfaktor 8/10.

Köstritzer Pale Ale: Bestach durch herrliche Hopfenaromen. Der klare Gewinner!

Mein Fazit lässt sich eigentlich recht schnell zusammenfassen: Ich hätte gerne noch ein Vierer-Pack - allerdings ohne Witbier und nur mit Pale Ale. Prost!


Fakten Witbier: 5,4% vol.; Stammwürze/IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz), Weizenmalz, Hopfen (Golding), Orangenschalen, Koriandersamen, Hefe

Fakten Pale Ale: 6,4% vol.; Stammwürze/IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Karamellmalz), Hopfen (Citra, Delta, Hallertau Blanc, Galaxy, Calypso), Hefe

Sonntag, 1. Juni 2014

Dreifache Hopfenkraft: Das Duvel Tripel Hop 2014

Vor mir steht die Tripel Hop Edition 2014 des belgischen Bieres Duvel, dessen Name übersetzt Teufel bedeutet. Laut Wikipedia rührt der Titel vom hohen Alkoholgehalt der Biere, die seit 1963 von der Brauerei Moortgat in Breendonk gebraut werden. So hat auch dieses Jahrgangsbier einen stolzen Alkoholgehalt von 9,5% und bringt neben Saazer und Styrian Golding als Editionshopfen die Sorte Mosaic mit, welche auf Hopfen der Welt als blumig, fruchtig, tropisch sowie erdig beschrieben wird. Mal sehen, ob sich das in der Verknusperung bestätigen lässt.


Während das Bier ins Glas gleitet macht sich der weiße, grob- bis feinporige Schaum bemerkbar und sorgt für eine breite, standhafte Krone. Farblich bekommt das Auge ein helles Zitrus- bis Pampelmusengelb bei gleichmäßiger Trübe geboten. In der Luft liegt ein intensiver Duft von exotischen Früchten, die in erster Linie an Ananas erinnern. Hinzu mischt sich eine Prise Malz und etwas, das ich als leicht modrig bezeichnen würde, was mir nicht ganz so gut gefällt. Klopft hier bereits der erwähnte erdige Mosaic Hopfen an?


Die Zunge verspürt zu Beginn eine stark prickelnde Rezenz sowie Säure und fühlt sich ein wenig an Sektschorle erinnert. Ansonsten verläuft der Antrunk durchaus frisch, der hohe Alkoholgehalt versteckt sich dabei unheimlich gut und ist kaum zu erahnen. Der Körper ist vollmundig und bildet den Kern, welcher von den drei Hopfensorten umschmückt wird. Diese sorgen für ein tolles Aromenspiel aus Ananas, Traube, Kiwi, Stachelbeere und etwas Pfirsich - geile Kombination! Zum Abgang macht sich dann noch einmal kurz diese erdige Note bemerkbar, die mir einfach nicht zusagen will. Zum Glück verflüchtigt sich die aber sehr schnell und hinterlässt stattdessen eine feine Bittere. Zurück bleiben Katjes-Tropenfrüchte im Nachtrunk und sorgen für ein erfrischendes Finish, das noch lange am Gaumen haften bleibt.

Das Tripel Hop 2014 ist mit seinen 9,5% überraschend erfrischend und bringt überwiegend leckere, fruchtige Aromen mit sich. Ich würde es sogar gut gekühlt als Sommerbier zu einem knusprigen BBQ empfehlen. Aber Vorsicht, da ist kein leichtes Sommerale drin, die kleine Flasche hat es in sich! Knusperfaktor 7/10 - Prost!


Fakten: 9,5% vol.; Stammwürze/IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saazer/ Styrian Golding/ Mosaic), Hefe

Netz: http://www.duvel.com/https://www.facebook.com/Duvel.beer

Schaut euch an, wie dem Bierpapst Conrad Seidl das Bier geschmeckt hat:

https://www.youtube.com/watch?v=UZjoVq8OSoo