Mittwoch, 2. April 2014

Oregon die Zweite: Das Dead Guy Ale von Rogue Ales

Mit dem Dead Guy Ale folgt nun das zweite Testbier aus dem Hause Rogue Ales in Oregon. Zuletzt konnte das Juniper Pale Ale leider nicht sonderlich glänzen und lag aufgrund falscher Hoffnungen sowie fader Gewöhnlichkeit leicht unter dem Durchschnitt. Umso mehr hoffe ich heute, dass mich die Flasche mit dem toten Kerl, der auf dem Etikett vor sich hin grinst, vom Gegenteil überzeugen kann. Der Knochenmann sitzt auf dem Fass, als wolle er mich beim Verknuspern des Gebräus beobachten - Hinweise darauf, was mich erwartet, kann er mir aber leider nicht geben. Ich bin gespannt und hoffe insgeheim auf eine amerikanisch-herbe sowie fruchtige Hopfenbombe. Rein ins Glas.


Der erste Eindruck: Es scheint es sich wohl doch eher um ein Bier zu handeln, welches einem Bock am nächsten kommt. Die bernsteinfarbene bis eichhörnchenbraune, leicht trübe Flüssigkeit, deren Schaum weder cremig noch standhaft wirkt, versprüht in erster Linie karamellige und süßliche Malzaromen. Im Hintergrund schwirrt eine leichte Hopfenblume, welche aber eher an die Verwendung von Bitterhopfen erinnert.


Im Antrunk breitet sich süßliches Flüssigbrot mit einem offenbar hohen Stammwürzegehalt auf der Zunge aus. Der Körper wirkt für 6,5% Alkoholgehalt ziemlich wuchtig und schwer, weshalb die gemäßigte Karbonisierung des Bieres als angemessen bewertet werden kann. Im Finish blitzen ein paar Rosinen durch, welche mit dem durchweg dunklen Charakter gut harmonieren und in der Summe einen karamellig, röstigen Nachtrunk ergeben. Meine Hoffnung auf eine amerikanische Hopfenbombe erlischt leider von Beginn an - vom Aromahopfen fehlt jede Spur. Ich muss zugeben, dass ich wieder wesentlich mehr erwartet habe. Auch dieses Rogue kann mich nicht überzeugen. Diesmal wurde zwar keine besondere Zutat vorgegaukelt, wie es beim Juniper der Fall war, die fade Eintönigkeit ist jedoch mit diesem Gleichzusetzen.

Beim Dead Guy Ale handelt es sich schlicht um einen gewöhnlichen, dunklen Bock ohne Höhen und Tiefen. Durchschnitt eben. Knusperfaktor 5/10 - Prost!


Fakten: 6,5% vol., Stammwürze/Bittereinheiten: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe


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