Freitag, 25. April 2014

Ein Landbier vom Giganten: Das 'Grevensteiner Original" von Veltins

Momentan scheint es ziemlich trendy zu sein, als konventionelle, industrielle Brauerei einen kleinen Ableger für die Fans des urigen Landbieres an den Mann zu bringen. Machte es doch die Licher-Brauerei mit ihrem, wie ich finde durchaus schmackhaften '1854 Naturtrüb' vor, legte vor Kurzem auch die Veltins-Brauerei mit einer mindestens genauso urig gestalteten Steiniflasche nach. Die Geschichten sind ähnlich und so möchte man kurz gesagt in beiden Fällen das 'traditionelle Brauhandwerk' würdigen und in die Neuzeit befördern. Das Grevensteiner beruft sich dabei auf ein Rezept der beiden Brüder Carl und Anton Veltins, die einst ein Bier brauten, welches 'weit über die Grenzen hinaus Beliebtheit' erlangte. 'Süffig und mild' soll es sein, was sich doch perfekt für ein Bier am Freitag zum Ausklang der Woche anhört. Flasche auf und los geht's.


Beim Einschenken erblickt das Auge ein durchaus dunkel-bernsteinfarbenes, leicht trübes Bier, was zum Beinamen 'Naturtrübes Landbier' schon mal ganz gut passt. Der recht grobporige Schaum verhält sich ausgesprochen standhaft und präsentiert sich in einem leichten Braunton. Die Nase vernimmt primär kräftig-würzige Duftnoten nach etwas dunklerem Malz, gepaart mit Weißbrot und leichter Süße, die aber relativ schnell verfliegt. Weiterhin ist die eher Pils-typische Hopfenblume wahrzunehmen, allerdings gesellt sich auch eine metallische Note dazu, die aber nicht zu sehr ins Gewicht fällt.

Beim Grevensteiner setzt man auf Urigkeit und Tradition. Das Bier ist im Stile eines 'naturtrüben Landbieres' gebraut.
Im Antrunk kommt durchaus Stimmung auf. Vollmundig mit angenehmer Rezenz belebt das Grevensteiner den Mundraum und bietet dabei mit seinen 5,2% Alkohol eine ordentliche Portion Süffigkeit. Danach tritt leider etwas Langeweile auf und das Bier wirkt mit einem zu flachen Malzkörper bisweilen etwas lustlos und wässrig. Bei der kräftigen Farbe habe ich da etwas mehr Gehalt erwartet. So bleibt die Befürchtung, dass man mit etwas Farbebier aus einem unfiltrierten Export ein bernstein-schimmerndes 'Landbier' gezaubert hat. Zum Abgang kommt jedoch wieder etwas mehr Freude auf, denn es sind durchaus herbe Töne vom Hopfen zu vernehmen, was das Ganze in gewisser Hinsicht abrundet und für eine insgesamt recht gute Drinkability sorgt.

Süffig und mild will es sein, das 'Grevensteiner Original' von Veltins. Diesen Job macht es alles in allem gut, wobei ich mir noch etwas mehr Charakter gewünscht hätte. Knusperfaktor 5/10 - Prost!


Fakten: 5,2% vol., Stammwürze:/Bittereinheiten: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

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