Dienstag, 24. September 2013

Das India Pale Ale aus dem Midtfyns Bryghus

Schon etwas länger steht ein dänisches IPA in meinem Kühlschrank und wartet darauf verkostet zu werden. Es kommt aus der 2004 gegründeten Mikrobrauerei Midtfyns und macht durch ein nordisch-modernes Design einen zeitgemäßen ersten Eindruck. Besonders auffällig ist dabei die Blindenschrift in der oberen rechten Hälfte. Super Idee! Ob der Inhalt auch so innovativ ist wird sich im Folgenden zeigen.

"NYD SMAGEN AF GODT HÅNDVÆRK" bedeutet "Genießen Sie den Geschmack von gutem Handwerk"

Beim Einschenken fällt zunächst einmal die rötlich bis kastanienbraune Farbe zusammen mit einem leicht bräunlichen Schaum ins Auge. Das steht dem Bier wirklich gut. Leider bleibt der Geruch aber etwas dünn und liefert nicht ganz das passende Aroma dazu. Vom Cascade- sowie Centennial Hopfen kommt recht wenig in der Nase an, ein brotig-uriger Geruch steht klar im Vordergrund und lässt dem Rest wenig Platz zum Atmen. Dazu kündigen sich die 7,3% ebenfalls ziemlich deutlich an.


Im Einstieg fällt das IPA durch einen schweren, öligen Körper zusammen mit mittelmäßig perliger Kohlensäure direkt mit der Tür ins Haus. Hier geht es ziemlich bitter und herb zur Sache. Ein erdig-malziger Geschmack hält leider nicht die Balance zum Aromahopfen, der hier tatsächlich eher die Rolle des Bitterhopfens spielt. Vielleicht ist das Jammern auf hohem Niveau, aber ich habe schon deutlich ausgewogenere IPAs getrunken. Es ist mir persönlich einfach zu wenig Obstgarten vorhanden. Im weiteren Verlauf bleibt es bitter und schwer, was dann auch zu einem relativ trockenen Abgang führt. Beim Ausatmen unterstützt der Alkohol leider nicht den Geschmack sondern man hat das Gefühl im Bier stecken 13 und nicht 7,3% Alkohol. Für mich ist das keine eindeutige dänische Delikatesse aber immer noch in der Mittelklasse anzusiedeln. Die Vielfalt aus dem Midtfyns Bryghus sieht zudem sehr interessant aus und macht neugierig, ein Blick auf die Homepage lohnt sich allemal.

Insgesamt bleibt das Design innovativ, inhaltlich ist aber durchaus noch Luft nach oben. Skål!


Fakten: 7,3% vol., Stammwürze/BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gersten-, Weizenmalz, Hopfen (Cascade, Centennial), Hefe

Netz: http://www.midtfyns-bryghus.dkhttps://www.facebook.com/midtfynsbryghus

Donnerstag, 19. September 2013

Das Eisweissbier "White" der Brauerei Hopf

"Was ist das denn für ein kitschiges, trashiges aber doch irgendwie faszinierendes Design? Nehm ich mal mit." So oder so ähnlich muss ich wohl gedacht haben als ich mir diese Flasche in den Einkaufskorb legte. Aber wieso denn auch nicht, probieren kann man es ja mal, das Eisweissbier aus Miesbach in Bayern, wo einst die Familie Hopf beschloss ausschließlich Weissbier-Spezialitäten zu brauen.


"Ob Szenebar oder Trachtenfest, mit diesen Weißbierspezialitäten in der 0,33er-Flasche ist Hopf immer auf der Höhe der Zeit. Zu jeder Jahreszeit und jedem Anlass können junge und jung gebliebene ihre Party voll genießen. Das erfrischende Weißbier, mild und belebend zugleich, sorgt für gute Laune im kleinen wie im großen Kreis unter allen, die das Leben zu leben verstehen. Eisgebrautes Weißbier. Besonders milder und ausgewogener Geschmack."

Na dann wollen wir doch mal schauen. Wenn ich das Wort "mild" höre dann denke ich oft an lasches Wasserbier, aber vielleicht kann das "White" mich ja vom Gegenteil überzeugen. Eingeschenkt ins kleine Weizenglas macht der Schaum zumindest schon mal eine gute Figur. Feinporig, schneeweiß und sehr standhaft präsentiert er sich zusammen mit dem leicht trüben, aber für ein Weizen doch ziemlich hellgelb-weißlichen Bier. Die Farbe lässt erahnen, dass es sich hier tatsächlich um ein eher schlankes Weissbier handelt und auch der Geruch gibt außer einer malzigen Süße nicht wirklich viel her.


Der Antrunk verläuft zunächst erstmal leicht würzig mit süßlicher Tendenz, wirkt dabei durch einen schlanken, etwas wässrigen Körper ziemlich soft. Im weiteren Verlauf ist eine recht spritzige Kohlensäure zu vernehmen, die dem Ganzen dann doch etwas Pepp einhaucht, wobei auch ein bisschen mehr Hopfen nicht geschadet hätte. Es bleibt bei der süßlichen, sprudelnden Würze, die ein kleines bisschen an Zuckerwasser mit Schuss erinnert und nicht so richtig Fahrt aufnehmen kann. Dem Trachtenfest tut das wahrscheinlich dennoch keinen Abbruch.

Mir persönlich etwas zu lasch und dadurch leider ein bisschen langweilig (bis auf den Husky vorne drauf). Prost!


Fakten: 5,5% vol., Stammwürze: 12°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gersten-, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://www.hopfweisse.de/

Freitag, 13. September 2013

Post aus dem Odenwald!

In Michelstadt steht man zu seinem Wort! Vielen Dank an den BrauKunstKeller für das ProBierPaket!!
Bericht zum Laguna folgt...

Mittwoch, 11. September 2013

Das 7:45 Escalation aus der CREW AleWerkstatt

Aus dem Hause der CREW AleWerkstatt in München kommt das 7:45 Escalation Double IPA und zwar direkt mal in einem kompletten 20er Kasten! Schon seit einer guten Woche habe ich meinen Spaß mit diesem Bier und ich kann schon mal vorweg nehmen, dass sich die Investition doppelt gelohnt hat. Wieso doppelt? Naja, es gab wohl seitens des Versanddienstleisters ein kleines Problem im System welches dazu führte, dass diverse Escalation Besteller eine doppelte Lieferung bekamen - dazu gehörte auch glücklicherweise ich! Der Dienstleister kam für den Schaden auf und so freuen sich wohl ein paar Menschen in Deutschland über eine Gratis-Kiste feinstes CREW. Das aber nur so am Rande. Ich habe mir jedenfalls die Kiste ohne jegliche Bedenken bestellt. Viel zu gut sind die Erfahrungen mit dem Standardsortiment aus dem Hause der Werkstatt, die eine der ersten im deutschen Craft Beer-Segment war und auch mir meine ersten leckeren Ales bescherte.


Das Escalation ist ein Sondersud und tanzt allein schon durch sein hippes Design aus der Reihe. Während die anderen CREW-Sorten eher unauffällig gehalten sind, springt einem beim 7:45 ein grelles Blau kombiniert mit rosaroten sowie gelben Schriftzügen ins Gesicht und kündigt ein Double IPA an, das dem Trend der immer hopfigeren und fruchtigeren Ales folgt, sich dabei aber abheben und im Gedächtnis bleiben will. Ein lustiger Text auf der Hinterseite der Flasche erklärt auch den ungewöhnlichen Namen (mir ist das ein kleines bisschen zu sehr an den Haaren herbeigezogen aber sicherlich Geschmacksache und eben gutes Marketing, das meiner Vermutung nach auch auf den ein oder anderen hippen Studenten abzielt).


Geschmacksache ist ein gutes Stichwort und so legen wir mal direkt los mit der Verkostung. Hier gibt es eigentlich keine großen Überraschungen, was aber bei dem momentanen Level der deutschen Craft Beer-Szene absolut nichts Schlechtes bedeutet. Im Gegenteil, es wird wie selbstverständlich ein Angriff auf die Sinne gestartet, der sich gewaschen hat. Die Nase vernimmt vordergründig Melone, Traube und einen bunten Multivitamin-Mix aus intensiven Fruchtaromen in Kombination mit leichter Karamellnote. Die Farbe bewegt sich von Orange bis Bernstein und gibt mit leichter Hefetrübe und einem standhaften Schaum einen frischen Eindruck ab.


Im vollmundigen Antrunk hält sich der Hopfen noch dezent zurück und kündigt an, was im weiteren Verlauf passieren wird: Columbus, Simcoe, Amarillo und Chinook heizen mit ihren 83 IBU ordentlich ein und bereiten ein Hopfenfest der feinsten Sorte. Das Aroma wird durch einen vollen Körper mit starken 8,3% sowie nicht allzu viel Kohlensäure sehr gut getragen und kann auch über den Nachtrunk hinaus mit einer fruchtig-bitteren Herbe überzeugen. Da gibt es insgesamt im Prinzip gar nichts zu meckern. Freunde starker Double IPAs oder aber auch die mögliche Zielgruppe der hippen Hopheads von heute werden beim Escalation voll auf ihre Kosten kommen.

Sollte jemand tatsächlich der Beschreibung folgen und das Escalation um 7:45 Uhr als Absacker nach dem Feiern trinken (obwohl es dafür viel zu schade wäre) dann fällt er garantiert zufrieden ins Bett. Ich nehm am Wochenende auf jeden Fall mal ein paar für meine Freunde zum Verkosten mit - hab ja genug.

Klare Empfehlung. Prost!


Fakten: 8,3% vol., Stammwürze: Keine Angabe, BE: 83 IBU

Zutaten: Wasser, Pilsener-, Karamellmalz, Hopfen (Columbus, Simcoe, Amarillo, Chinook)

Netz: http://www.crewale.de/https://www.facebook.com/CREWrepublic.de

Mittwoch, 4. September 2013

Die Darmstädter Ratskeller Hausbrauerei

Im Herzen Darmstadts braut der Ratskeller seit 1989 in der hauseigenen Brauerei ein super-süffiges, naturtrübes Helles und verkauft dieses auch noch in einer praktischen 1 Liter Flasche für Zuhause. Wer mal in der Gegend ist sollte sich davon unbedingt eins gönnen, am besten frisch gezapft draußen auf der Bierbank.

Prost!



Dienstag, 3. September 2013