Donnerstag, 29. August 2013

Brauerei Gusswerk No.2: Weizenguss!

Das nächste auf meiner Austria-Liste ist ebenfalls ein waschechtes Gusswerk und da es ein Weißbier ist, klingt der Name Weizenguss äußerst logisch. Außer Weizen- und Gerstenmalz ist außerdem noch Dinkelmalz auf der Zutatenliste vertreten, was bei Biobieren (wie z.B. auch Neumarkter Lammsbräu) nicht unüblich ist. Bei den Gusswerk Bieren gefallen mir als Gimmick besonders die liebevollen Texte auf der Rückseite der Flasche, weshalb es zur Abwechslung mal eine "Heck-" anstatt einer Frontaufnahme gibt.


Genauso schön anzuschauen ist das Weizenguss im Glas: Trübe Bernsteinfarben treffen auf einen samtigen Schaum, der zwar etwas mehr Standhaftigkeit zeigen könnte, aber dennoch passt. Die Nase vernimmt verhältnismäßig leichte Banane gepaart mit Kräuter- und Hefearomen, woraus sich ein interessantes, frisches Geruchsbild ergibt.


Im Antrunk gibt es absolut nichts zu meckern: Das Weizen kommt extrem süffig daher und versprüht durch angenehm prickelnde Rezenz sowie spritzige Säure eine herrliche Frische, wie sie bei einem Weissbier besser nicht sein könnte. Zur Mitte hin blitzt auf dem hinteren Teil der Zunge kurz der Hopfen auf und zeigt, dass er auch mit an Bord ist. Die erwähnten Kräuteraromen kommen geschmacklich zwar nicht so sehr zum Tragen, dafür fließt der Nachtrunk aber angenehm süßlich die Kehle runter und ist durch das Zusammenspiel von Säure und Hopfen ausgewogen und gut abgerundet. Was mir zusätzlich auffällt ist, dass sich die Spritzigkeit beim Weizenguss entgegen so manch anderem Weizen wirklich bis zum letzten Schluck hielt. Ich hoffe mal nicht, dass das an den "nur" 0,3 Litern liegt sondern auch bei 0,5 der Fall wäre. Schade, dass es so schnell leer war!

Insgesamt geschmacklich zwar nicht in irgendeiner Hinsicht herausragend, dafür aber bestens geeignet für den Grillabend mit Freunden wegen enormer Süffigkeit. Man sollte sich aber mehr als eine Flasche besorgen.

Prost!




Fakten: 5,4% vol., Stammwürze: 12,7°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Weizen-, Gersten-, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://www.brauhaus-gusswerk.at/https://www.facebook.com/BrauhausGusswerk

Sonntag, 25. August 2013

Das Nicobar IPA der Brauerei Gusswerk

Beim Gusswerk in Salzburg braut man ausschließlich Bier mit Zutaten aus biologischem Anbau. Gegründet 2007 von Braumeister Reinhold Barta war das heute längst erreichte Ziel "nachhaltig und biologisch-dynamisch produziertes Bier in Österreich salonfähig zu machen". So geschehen auch beim Nicobar IPA, auf das ich mich allein schon wegen des in angenehm warmen Sonnenuntergangstönen gehaltenen Designs freue.


Auf der Rückseite steht eine kleine aber feine Geschichte darüber wie das Nicobar zu seinem Namen kam, welche ich natürlich keinem vorenthalten möchte: "This fine India Pale Ale is inspired by the journeys of Austrian ships sailing from Trieste to the Nicobar Islands. They were carrying a special brew destined for the only Austrian colony in the Indian Ocean, established in the reign of Her Majesty Empress Maria Theresia of Austria." Viel wichtiger ist aber selbstverständlich wie sich das obergärige Spezialbier im Glas so macht.


Eine stabile, mittelmäßig feinporige Schaumkrone sowie ein auffällig dunkles gleichmäßig trübes Kastanienbraun geben zusammen ein gutes Bild ab. Man könnte fast meinen, dass es sich hier um ein Stout handelt, da auch der Geruch zwar fruchtig und hopfenaromatisch aber auch durchaus würzig-malzig mit Röstcharakter daherkommt. Auch der Antrunk gestaltet sich zunächst sortentypisch mit angenehm fruchtigen Aromen reifer Mango die von einem recht schweren Körper gut getragen werden. Hinzu kommt aber schnell ein feinbitterer sowie malziger Geschmack, der sich zunehmend in den Vordergrund drängt. Die 6,4% treten dabei schön zum Vorschein und unterstützen so den vollen, schweren Körper des Bieres. Im Nachtrunk sowie Abgang geht es dann wieder hopfentypisch trocken sowie leicht säuerlich zur Sache, was auf jeden Fall Lust auf einen weiteren Schluck macht.

Insgesamt ein untypisches, aber stimmiges IPA das durch seine dunkle Seite im Gedächtnis bleibt und an einem verregneten Sonntag warm ums Herz macht. Biobier aus Österreich rockt!!

Prost!



Fakten: 6,4% vol., Stammwürze: 14,7°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://www.brauhaus-gusswerk.athttps://www.facebook.com/BrauhausGusswerk


Dienstag, 20. August 2013

Das Illuminatus der Forstner Handbrauerei

Wie im Post von gestern bereits angedeutet habe ich Geschenke aus Österreich bekommen und deshalb starten wir auch direkt mal mit dem ersten durch. Das Illuminatus ist ein obergäriges Starkbier im Stile eines IPA der österreichischen Forstner Handbrauerei in Kalsdorf bei Graz. Gerhard Forstner scheint'n echt starker Typ zu sein, der seinen Weg vom Optikermeister über den Bio-Bauern bis hin zur Brauerei Ich-AG gefunden hat. Dabei steht das Brauen von besonders einzigartigen, bewusst ausgefallenen und bereits mehrfach ausgezeichneten Biersorten im Vordergrund. Echt abgefahren klingt das "Absynthe" und das "Chili-Hotbeer" (muss man sicher mögen...) - ein Blick auf die Homepage lohnt sich aber allemal! Kommen wir aber zum nicht weniger interessant klingenden Illuminatus: Die Rückseite des matten und übersichtlich gehaltenen Labels verrät bereits, dass hier vier verschiedene US-Hopfen (um welche es sich dabei handelt bleibt allerdings Gerhards Geheimnis) sowie eine Eichenfass-Gärung zum Einsatz kamen.


Farblich lässt sich das Ganze in ein typisches IPA Dunkelorange mit rötlicher Tendenz einordnen. Eine ausgeprägte Trübung verleiht dem Bier einen urigen ersten Eindruck. Dieser wird durch den Geruch bestätigt, der sich einerseits natürlich aus den reifen und allseits beliebten Ale-Fruchtstars wie reifer Mango und Orange aber auch holzigen, leicht modrigen Malzaromen zusammensetzt, was ich persönlich als sehr angenehm empfand.



Geschmacklich zieht sich das auch so weiter. Eine unglaublich angenehm trockene Herbe setzt sich von Beginn an durch, wirkt aber nie aufdringlich und harmoniert wunderbar mit der süßlichen Frucht. Als nächstes greift das Eichenfass ein und rundet dezent mit seinem einmaligen Aroma den vollen Malzkörper ab. Auch das Mundgefühl ist durch die trübe, hefige Flüssigkeit und die Kohlensäure äußerst süffig und angenehm. Zurück bleibt letztlich aber wieder der Hopfen und übernimmt das Ruder für einen kompromisslos trockenen Abgang - find ich echt gut! 

Wenn so viele Aromen auf einmal vorhanden und dabei auch noch wunderbar ausbalanciert sind, dann merkt man, dass sich der Gerhard Forstner da wirklich was bei gedacht hat.

Prost!



Fakten: 7,2% vol., Stammwürze/ BE: Leider keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe


Montag, 19. August 2013

Lecker Schmecker!


In nächster Zeit werde ich auf gar keinen Fall einen Verkostungs-Engpass haben. USA! DÄNEMARK! und eine Menge ÖSTERREICH (Danke an Philipp!). Ich stell dann mal was kalt...

Dienstag, 13. August 2013

Das Weizen Cuvée von Duckstein

Ich hatte tierisch Bock auf Weizen, weshalb ich zum Weizen Cuvée von Duckstein griff. Was mich daran gereizt hat war, dass man dieses mit den zwei Aromahopfen Saphir und Perle veredelt hat. Klingt finde ich sehr interessant zumal ja auch bei einem Weizen ruhig mal etwas mehr Experimentierfreudigkeit an den Tag gelegt werden darf. Das Duckstein kommt in der typisch edlen Flasche und sogar mit aufgedruckter Chargen-Nummer daher, was dem ganzen wohl einen individuellen Touch geben soll - nette Idee für ein Industriebier der Holsten-Brauerei AG!

                            

Eingeschenkt liefern sowohl die orangene bis purpur-blutorangene Farbe als auch der cremige Schaum einen echt guten Eindruck ab. Der Geruch ist weizentypisch bananig und auch vom angepriesenen Aromahopfen-Cuvée ist ein Hauch zu vernehmen. Ich nehme an von "Cuvée" (franz. "Gärbehälterinhalt") spricht man immer dann wenn mehrere Hopfensorten kombiniert wurden, wobei das ja eigentlich relativ häufig vorkommt und ich im Netz bezüglich der genauen Definition nicht wirklich fündig geworden bin. Wer da mehr weiß darf sich gerne äußern und mit Fachwissen prahlen! Jedenfalls sieht's im Glas echt hübsch aus.


Der Antrunk meines Weizendurstes wird zunächst einmal mit einem vollen, hefigen Körper befriedigt, vom Aromahopfen ist jedoch leider nicht wirklich viel zu spüren. Hätte es nicht draufgestanden wär's mir vielleicht sogar entgangen aber so kann ich zumindest als eine kleine Besonderheit Spuren von Saphir und Perle vernehmen. Ansonsten ist am Duckstein wenig auszusetzen und im Abgang bleibt ein erfrischend delikater, sanft ausklingender Bananengeschmack, welcher übrigens durch den Stoff Isoamylacetat hervorgerufen wird.

Für meinen Geschmack darf es dann doch ruhig etwas mehr Aromahopfen sein, ansonsten ist das Weizen Cuvée recht lecker und auch ein kleines bisschen anders! 

Prost!



Fakten: 5,7% vol., Stammwürze: Keine Angabe, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe


Sonntag, 11. August 2013

Der "Aufwind" der Propeller Getränke GmbH

Heute gibt es mal wieder ein deutsches IPA mit dem schlichten Namen "Aufwind". Von der in Bad Laasphe ansässigen Propeller Getränke GmbH gibt es neben diesem noch das dunkle "Nachtflug" und man bekommt bei beiden Sorten laut Hersteller die "reine Wahrheit" serviert. Designtechnisch kommt das Stöffchen in einem schicken rot-braunen Retro-Look daher und versprüht damit etwas Nostalgie im Wohnzimmer.


Widmen wir uns dem ersten Eindruck der Flüssigkeit: Geöffnet kann man zunächst einen erfrischend fruchtig-blumigen, aber auf kräftigen Malzgeruch vernehmen. Auch die Farbe beeindruckt mit einem ganz dem Design entsprechenden kräftigen, klaren Orange-Braun und macht Lust auf den ersten Schluck. Die Schaumkrone kommt leider nicht so wirklich zustande und es entsteht nur ein mittelmäßig feinporiger Schaum, welcher sich relativ schnell verabschiedet. 


Geschmacklich kommt die Kohlensäure sprudelnd an und es macht sich zunächst eine zitrusfruchtig, aromatische und hopfige Erfrischung bemerkbar wie man sie bei einem IPA erwartet. Irgendwie kommt da aber noch ein anderer, an Seife erinnernder Geschmack durch, der mir nicht so wirklich passt (ist aber vielleicht auch Geschmackssache). Das Aroma, das der Antrunk noch versprach ist im weiteren Verlauf dann auch recht schnell wie vom Propeller verweht und ein sehr trockener, bitterer Abgang macht sich breit. Das Ganze ist dabei irgendwie nicht sonderlich voll im Geschmack und es gibt hier klar zwei Punktlandungen. Anfangs fruchtig und ungewohnt blumig bis seifig hin zu einem sehr trockenen Abgang. 

Alles in Allem geht das Propeller "Aufwind" schon klar, mein Lieblings-IPA wird das aber mit Sicherheit nicht.

Prost!


Fakten: 6,5% vol., Stammwürze: 15,5°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen