Freitag, 26. Juli 2013

Das Bitter 42 der Brauerei Rittmayer

Wie wir natürlich alle wissen wurde das erste Bier nach Pilsener Brauart 1842 von Josef Groll in der böhmischen Stadt Pilsen gebraut, womit ein Stern am Bierhimmel geboren war, der noch bis heute funkelt. Mutig, wenn die Brauerei Rittmayer aus dem oberfränkischen Hallerndorf 171 Jahre später mit einem Bier um die Ecke kommt, das tatsächlich "die endgültige Antwort auf die Frage nach dem wahren Pils" sein soll. 


Dann muss man sich die Frage stellen, was denn genau ein echtes Pils auszeichnet? Die Stammwürze bewegt sich im Bereich von 11-12,5 %, liegt sie darüber wird aus dem Pils auch gern mal ein Export. Ansonsten liegt der Alkohol meistens bei um die 5% und die Bittereinheiten variieren je nach Hopfengehalt von ca. 30 bis zu über 40 IBU. Das alles bringt aber auch nur etwas, wenn das Pils eine fein-herbe Perligkeit, eine glasklare gold-gelbe Farbe sowie eine standfeste Schaumkrone mit sich bringt. Mal sehen ob das Bitter 42 seinen hohen Ansprüchen gerecht wird. Farblich kann man hier erstmal nicht meckern, ein schönes, klares Gold-Gelb mit leichten Tendenzen zu Orange macht sich ordentlich im Glas. 



"Bitter 42 ist die Antwort: Handwerklich eingebraut mit großen Mengen Aromahopfen." Sorry, aber geöffnet ist zwar ein malzig-frischer Pilsgeruch zu entnehmen, von Aromahopfen bisher aber absolut keine Spur. Vielleicht kommt ja geschmacklich noch was. Leider auch nicht, da hätte ich dann doch etwas mehr erwartet. Beim Pils ist der Aromahopfen nicht unbedingt so wichtig wie bei Ales, aber wenn man damit schon so angibt, dann sollte hier geschmacklich auch etwas rüberkommen. Stattdessen ist zunächst mal eine angenehm bittere Herbe zu verspüren, welche aber mit jeder Sekunde stärker wird und das Ganze dann auch irgendwie aus dem Ruder laufen lässt. Die recht spritzige Kohlensäure verleiht dem Bitter 42 zwar noch eine gewisse Frische, jedoch dominiert im Abgang leider ebenfalls ein schal-bitter, eintönig schmeckender Hopfen ohne jegliche Überraschung. Normalerweise bin ich echt ein Fan von herben Pils-Sorten, aber bei dem hier passt das Gesamtbild einfach nicht. Auch die Schaumkrone war leider eher enttäuschend und fiel relativ schnell in sich zusammen. Da wurde etwas zu dick aufgetragen - schade!

Das Bitter 42 ist meiner Meinung nach nicht die Antwort auf die Suche nach dem wahren Pils, sondern leider nur ganz nettes Marketing.

Prost!


Fakten: 5,5% vol., Stammwürze: Keine Angabe, BE: 42 IBU

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Kommentare:

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  2. Die Antwort auf das "endgültige Pils" wirst du bekommen, wenn du das israelische Mekebie probierst. Hier wird der Lackmustest gemacht.

    Gruss
    Wolfgang

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  3. Ich persönlich mag solche Aussagen absolut nicht, selbst wenn es sehr gut geschmeckt hätte. Ich bin da eher Fan von zurückhaltung...und wer diese übt hat bei mir eher ein Stein im Brett. Und wie man an deinem Beispiel gut sieht kann sowas dann ja nur nach hinten los gehen.

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