Dienstag, 17. Dezember 2013

Das "La Brunette double" vom Gasthaus Loewen Thor

Heute in der Verknusperung ist das "La Brunette double" aus dem Gasthaus Loewen Thor in Gondelsheim bei Karlsruhe. Ich selbst war noch nie dort, sondern habe diese Flasche lediglich als Mitbringsel von einer Hochzeitsfeier bekommen. Danke dafür! Auf der Homepage des edlen Gasthauses mit Hotel heißt es zu den hauseigenen Bieren:

Man nehme in hölzernen Fässern zweijährig gereiftes Bier, fülle es mit einem Großteil frischgesiedetem jungem Bier auf die Champagnerflasche und lasse es in der Wärmekammer bei 25°C während 20 Tagen in der Flasche gären. Das Ergebnis ist eine quirlige Köstlichkeit mit süffiger Würze.

Ich darf mich in diesem Fall also auf ein dunkles Starkbier freuen, welches mit satten 9,5% vol. daherkommt. Da es sich um eine Flaschengärung handelt, wurde diesem Bier vor der Lagerung Zucker zugesetzt, welcher von der Hefe während der Gärung in Alkohol und Kohlendioxid bzw. Kohlensäure verstoffwechselt wird. Geschmacklich erwarte ich ein konzentriertes Malzaroma  mit einem wuchtigen Körper, dessen Intensität durch Zurückhaltung des Hopfens stark zum Tragen kommt. Die Flasche sieht mit grünem Glas und Korkenverschluss sehr nach Champagner aus. Über das Design des Covers lässt sich streiten. Zwei Brunetten - eine mehr, eine weniger - zieren das Etikett und wirken dabei irgendwie etwas blass, so als wäre dem Drucker langsam die Tinte ausgegangen. Viel wichtiger ist aber sicherlich der Inhalt, welchem ich mich nun widmen werde.


Optisch und sensorisch bekommt man zunächst einmal genau das, was man bei einem solchen Bier erwartet. Eine sehr dunkle, ölige Flüssigkeit liegt mit einem standhaften, bräunlichen Schaum im Glas und versprüht Aromen von gerösteten Nüssen, Schwarzbrot, Kaffebohnen und Pflaumenmaische. Im Licht lassen sich dunkle Rottöne in dem ansonsten tiefschwarz wirkenden Bier erblicken. Dieser Anblick gefällt mir sehr gut und macht Lust auf den ersten Schluck.


Schon zu Beginn des Antrunks wird klar, dass die Erwartungen nicht unberechtigt waren. Die Geschmacksknospen werden sofort von beiden Brunetten bearbeitet. Eine Mischung aus Salmiak-Pastillen, Lakritz, Pflaumenkompott, Datteln und Feigen macht sich im Mundraum breit. Fast bekommt man das Gefühl, dass neben dem Zucker auch eine kleine Lakritzschnecke mit in der Flasche vergoren wurde, was natürlich für einen starken Wiedererkennungswert sorgt. Der Körper ist etwas zu schwer, wird aber durch eine angenehm weiche Rezenz gut abgefangen, sodass sich die volle Breite der Aromen, nicht zuletzt wegen der 9,5% Alkohol, entfalten kann. Viele Schwarzbiere wirken im ersten Moment sehr malzig, hinterlassen aber im Abgang doch einen etwas wässrigen Eindruck. Dieses Bier behält seine Stärke jedoch bis zum Nachtrunk und kann durch eine Gleichbleibende Intensität punkten. Allerdings wirkt das Ganze nach ein paar Schlücken sehr heftig und fließt etwas schwerfällig und nicht ganz so süffig die Kehle herunter.

Insgesamt heben sich die zwei zu Beginn blass wirkenden Brunetten mit ihrem fülligen Körper von der Masse anderer Schwarzbiere ab und sorgen für Abwechslung. Das ist allerdings nichts für schwache Zungen. Knusperfaktor 7/10 - Prost!


Fakten: 9,5% vol., Stammwürze/IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Malz, Zucker, Hopfen, Hefe

Dienstag, 3. Dezember 2013

Das Bernie Rieder Weissbier der Brauerei Ried

Heute steht bei mir mal wieder ein Geschenk aus Österreich auf dem Tisch: Das Bernie Rieder Weissbier von Rieder Bier, deren Brauerei sich im gleichnamigen Ort Ried befindet. Nach kurzer Google-Recherche fand ich heraus, dass es sich bei dem Bier um eine Kreation des österreichischen TV-Kochs Bernie Rieder handelt, der quasi mit seinem Namen für dieses Bier steht und wirbt. Ansonsten hat er aber direkt mit der Brauerei gar nichts zu tun. Ein etwas verwirrender Marketing-Gag. Jedenfalls ziert ein äußerst hübsches Portrait des Mannes das Etikett der Bügelflasche.


Mindestens genauso hübsch macht sich die Flüssigkeit im Glas. Das gelblich-weiß schimmernde Bier wird von einer samtig weißen Schaumkrone bedeckt und versprüht in erster Linie süßliche Aromen von Honig und Getreide. Im Hintergrund ist ein leicht kellerartiger Geruch zu vernehmen, welcher den ersten frischeren Eindruck leider etwas verfälscht.


Im zunächst angenehm weichen Antrunk bildet ein schlanker Malzkörper das feine Fundament des Bieres. Süffig-süß zu Beginn wird dem Verkoster nicht allzu viel zugemutet, sodass alles etwas wässrig wirkt. Zur Mitte tendiert das Bier mir dann etwas zu stark zur Säure. Weizenaromen im Stile von reifer Banane sind nur zu erahnen und werden von aufschäumender Kohlensäure verdrängt. Im Abgang flitzt der Hopfen am Geschehen vorbei und sorgt leider ebenfalls für wenig Abwechslung. Ich muss hier allerdings erwähnen, dass das MHD des guten Tropfens schon einen Monat überfällig war, was den Geschmack potentiell natürlich verfälschen kann. Deshalb gibt es einen Punkt mehr auf der Knusperfaktor-Skala. Das reicht dennoch nur für Durchschnittsniveau.

Ein passabler erster sensorischer Eindruck. Ansonsten eher langweilig. Ich bin mir aber sicher, dass der Bernie sensationell gutes Essen kocht. Knusperfaktor 5/10 - Prost!


Fakten: 5,0% vol., Stammwürze/IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gersten- und Weizenmalz, Hopfenpellets, Hopfenextrakt, Hefe

Montag, 2. Dezember 2013

Das "Hopfull" Pale Ale der Schlossbrauerei Au-Hallertau

Wie man meinen leckeren Posts von letzter Woche entnehmen kann, hatte ich das große Vergnügen mich in Freising und dessen bekanntem Stadtteil Weihenstephan herumtreiben zu dürfen. Dort befinden sich neben der wunderschönen Technischen Universität, die vor Brauerei- und Getränketechnologie Know-How nur so strotzt, auch wirklich eine idyllische Altstadt mit tollen Gasthäusern und Kneipen. Als echter Bierfan führt beispielsweise an der Studentenkneipe Schneiders kein Weg vorbei. Ich habe mich dort durchverkostet und es herrschte traumhaftes Ambiente. Aus einer anderen Kneipe, die wir zu später Stunde noch besuchten, an deren Namen ich mich aber leider nicht erinnern kann, habe ich mir das "Hopfull" Hallertauer Pale Ale mitgenommen, welches heute auf dem Plan steht. Die Schlossbrauerei Au-Hallertau befindet sich sozusagen direkt an der Hopfenquelle schlechthin. Die Hallertau zählt zu den größten Hopfenanbaugebieten der Welt und beliefert neben den industriellen Brauereien auch eine große Anzahl von Craft-Bier Brauereien mit ihrer immensen Auswahl an Bitter- und Aromahopfen. Bei diesem Bier darf man also gerade deshalb sagen, dass der Hopfen aus direktem, regionalem Anbau stammt. Die Sorten Saphir, Perle, Hersbrucker und Saazer sollen dem Ale den Hopfenhammer verpassen und sorgen für 60 Bittereinheiten. Das Etikett erinnert mich an irgendetwas zwischen Energy-Drink und diesem Biermischgetränk CAB. Da ich es auch gerne schlicht habe, ist mir das etwas zu kitschig, aber das ist Geschmackssache.


Eingeschenkt macht das Bier einen wunderschönen Eindruck. Kräftige Orangetöne und eine gleichmäßige Trübe sorgen für eine harmonische Optik. Die Farbe ist für ein Pale Ale schon ziemlich dunkel und tendiert fast schon zu den stärkeren IPAs. Geruchlich sind frische Zitrusfrüchte zu vernehmen, im Hintergrund tümmelt sich etwas Rasen und Getreide. Ein feinporiger, nicht allzu standhafter Schaum gesellt sich dazu und rundet den guten ersten Eindruck ab.


Schon im Antrunk ist zu merken, dass man in der Schlossbrauerei sehr genau weiß, was man tut. Die Hopfenkombination zieht gut an, ist fein abgestimmt und perfekt in einen runden, ausbalancierten Malzkörper eingebettet. Zunächst wird es herb und prickelnd um die Zunge. Die Kohlensäure spielt die perfekte Nebenrolle und überlässt Hopfen und Malz das Rampenlicht. Für mich ist das bei einer solchen Aromatik und Stärke aber kein Pale Ale sondern eigentlich wie schon erwähnt eher ein IPA. Ich hatte ein etwas helleres Einsteiger Ale erwartet, aber das Hopfull belehrt mich eines Besseren und geht tatsächlich in die Vollen. Alles Andere wäre bei einem Bier direkt aus der Hallertau auch fragwürdig. Mir als bekennender IPA Fan kann es sowieso nicht aromatisch und hopfig genug sein. Im Abgang bleiben die fruchtig-herben Aromen noch sehr lange spürbar und machen Lust auf ein weiteres Fläschchen.

Super Hopfenbombe direkt aus der Hallertau. Knusperfaktor 9/10 - Prost!


Fakten: 6,9% vol., Stammwürze: Keine Angabe, IBU: 60

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir, Perle, Hersbrucker, Saazer), Hefe

Dienstag, 19. November 2013

Das Pumpernickel Porter der Gruthaus-Brauerei

Mit dem Pumpernickel Porter der Gruthaus-Brauerei in Münster steht seit Kurzem eine flüssige Brotzeit in Flaschen für Biergenießer bereit. Diese enthält nämlich neben Gersten- und Roggenmalz explizit Schwarzbrot, welches das dunkle Bier geschmacklich unterstützen soll. Ich finde die Idee grandios und bin sehr gespannt. Die Flasche ziert ein schlichtes, übersichtliches und gut lesbares Etikett. Das Maskottchen vom Gruthaus ist ein lustiger Gockel auf grünem Hintergrund, welcher sich zum schwarz-weißen Design gesellt. Sieht schick aus.


Eingeschenkt hat das Porter eine schwarzbraune, karamellige Farbe mit leichtem Rotstich. Es sind Röst- und Kaffeearomen zu vernehmen, aber auch Körnerbrot und Sauerteig. Die Flüssigkeit macht einen sehr dichten Eindruck, wenn man sie gegen das Licht hält. Der grobporige Schaum hielt sich nicht sonderlich lang, was der Sache aber keinen Abbruch tut. 


Beim ersten Schluck kommt der Antrunk würzig und sehr vollmundig daher. Ein nussig-kerniger Körper wird unterstützt von einer feinen Herbe und leicht zurückhaltender Kohlensäure. Dann setzt vor allem Brotrinde von einem Bauernbrot ein, das schön lang im Ofen war und so eine leicht verbrannte Kruste bildet. Das spielt sich aber in einem angenehmen Rahmen ab und zieht mir nicht den Mund zusammen. Der hintere Teil vom Gaumen wird von einem typischen Sauerteig-Geschmack beansprucht. Säure und Herbe schlagen gleichermaßen ein und hinterlassen auch im Abgang genau diesen Eindruck. Ich glaube eine frische Butterstulle würde hierzu unglaublich gut passen. Das anfangs erwähnte flüssige Brot ist wirklich beim Wort zu nehmen und macht sofort Lust auf den nächsten Schluck. Wer sich auf das Porter einlässt und es gerne trocken und kräftig mag wird auf seine Kosten kommen. Ich empfinde es jedenfalls als extrem köstlich und angenehm trinkbar. Das wichtigste ist: Der Name ist Programm und nicht nur ein Marketing-Gag. Die Zutat Schwarzbrot trägt maßgeblich etwas zum Charakter dieses Bieres bei. Man bekommt genau das, was man bei einem Pumpernickel Porter erwartet.

Hier regiert das Brot. Sehr lecker! Knusperfaktor 8/10 - Prost!


Fakten: 5,6% vol., Stammwürze: 13°P, IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Schwarzbrot, Hefe, Hopfen

Netz: http://www.gruthaus.dehttps://www.facebook.com/gruthaus

Samstag, 16. November 2013

Die Horny Betty der Brauerei Gusswerk

Bei der Horny Betty aus dem Brauhaus Gusswerk in Hof bei Salzburg handelt es sich um ein dunkles Starkbier, das durch "dreifache Maische" und "doppelte Gärung" sowie der besonderen Zutat Epimedium grandiflorum alias Geiles Ziegenkraut ein "leidenschaftliches Feuer" entfachen soll. In der traditionellen chinesischen Medizin spielt dieses Kraut laut Etikett eine wichtige Rolle. Ihm wird, wen wundert es, eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Das Gewächs spielt also bei Namensgebung und Design die Hauptrolle. Umso gespannter bin ich auf die Verknusperung.


Ein tiefes Schwarzkirsch-Dunkelrot trifft auf grobporigen, bräunlichen Schaum, dessen Blasen relativ schnell zerplatzen. Übrig bleibt dann eine feinporige, kleine Schaumkrone. Der Nase werden malzige sowie süßlich brotige Aromen, aber auch Düfte nach reifem Obst geboten. Im Hintergrund schwirrt ein Hauch von Kräutern und etwas blumiges, das von besagtem Kraut kommen könnte. Bisher ist das Bier jedoch nicht so richtig greifbar, da es erst einmal wie ein gewöhnliches Dunkles riecht.


Der Antrunk verläuft brotig, nicht zu süßlich und würzig mit moussierendem Mundgefühl, leicht ölig und mit angenehm zurückhaltender Kohlensäure. Dann entfalten sich milde Kräuteraromen, die mich an Mamas Weihnachtslikör (oder einfach gesagt Jägermeister) erinnern. Lebkuchen, Nelke und Sternanis erzeugen zusammen mit dem starken Alkoholgehalt ein wohliges Bauchgefühl. Die Röstaromen halten sich im Hintergrund und lassen so dem geilen Kraut den Vortritt, da es sonst wohl auch nicht zur Geltung kommen würde. Ein komplett neues, bezeichnendes Geschmackserlebnis ist das nicht. Der Abgang ist trocken und knackig, ein leichter Pelz bildet sich auf der Zunge. Das Schlusslicht bildet der Hopfen und hinterlässt eine mittelmäßig herbe Bitternote. Ich bin positiv überrascht von der Ausgewogenheit dieses süffigen, weichen Starkbieres. Durch die sanfte Rezenz und einen extrem milden Charakter wirkt es nicht zu scharf für seine stolzen 9,2%. Dass ich nach der Horny Betty aber immer noch nicht schlauer bezüglich des eigentlichen Geschmacks von geilem Ziegenkraut bin, finde ich eher semi-geil. Da hatte ich bei der Aufmachung einfach etwas mehr erwartet.

Harte Schale, weicher Kern. Knusperfaktor 6/10 - Prost!


Fakten: 9,2% vol., Stammwürze: 19,9°P, IBU: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Geiles Ziegenkraut (Epimedium grandiflorum), Hopfen, Hefe

Donnerstag, 7. November 2013

Das IPA vom Brauschneider

Sapralott der Brauschneider! Der sitzt in Krems an der Donau in Niederösterreich und braut dort "Bierspezialitäten". Und zwar vier verschiedene: Pilsner, Helles, ein IPA und sogar ein Hanf-Bier. Letzteres würde mich doch sehr reizen, nicht zuletzt weil auch der heilige Bierpapst aus Österreich sehr begeistert davon war. Bei mir steht jetzt jedoch das IPA auf dem Tisch und ich bin sehr gespannt was mich erwartet. Die Flasche mit Drehverschluss besitzt ein schlichtes Design mit klaren Linien und Farben ohne viele Schnörkel. Ich musste komischerweise als erstes an Ahoi-Brause denken. Die Aufmachung gefällt mir schon mal gut.


Im Glas liegt das Bier gelb-orange schimmernd, durch den aufgewirbelten Bodensatz kommt etwas Trübe hinzu. Der Schaum will leider nicht so richtig, geruchlich sind frische Citrus- sowie leichte Kräuternoten und Karamellmalz zu vernehmen. Leider verfliegen die Aromen etwas zu flott, sodass es Zeit für die Verkostung wird.


Der Antrunk verläuft relativ leicht. Die erwarteten Hopfenaromen von Cascade, Columbia und Citra sorgen für eine spritzige Fruchtigkeit mit herben, jungen Citrusfrüchten im Vordergrund, die sich im Einklang mit Bitterhopfennoten paaren und in einen mittelmäßig kräftigen Malzkörper eingebettet sind. Im Hintergrund schweben ein paar Kräuter, welche zusammen mit einer prickelnden Rezenz den ersten Eindruck ordentlich abrunden. Zur Mitte hin wird es leider etwas flach. Den 40 IBU geht kurzzeitig die Puste aus, bevor sich im Nachtrunk jedoch schnell wieder eine angenehm fruchtige Herbe durchsetzt. Sicherlich gehört das Brauschneider IPA mit seinen 5,1% vol. zu den etwas schlankeren Bieren dieser Sorte. Ich finde den Gesamteindruck jedoch schlüssig und fein abgestimmt.

Sapralott, der Brauschneider braut a ordentliches Ale. Knusperfaktor 7/10 - Prost!


Fakten: 5,1% vol., Stammwürze: 12,5°P, IBU: 40

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade, Columbia, Citra), Hefe


Montag, 4. November 2013

Das Hercule Stout der Brasserie Ellezelloise

Die belgische Brasserie Ellezelloise widmet ihr Stout einer Romanfigur, welche die britische Schriftstellerin Agatha Christie erschuf. Hercule Poirot ist ein in Großbritannien lebender, belgischer Privatdetektiv, der von 1917 bis in den zweiten Weltkrieg komplizierte Fälle löst. Er gilt als äußerst stolzer Bartträger und betont mit Behagen seine belgische Herkunft, da er nicht selten für einen Franzosen gehalten wird. Eines der Stücke in denen Hercule auftaucht heißt "Black Coffee", wobei Etikett und meine Erwartungen an den Geschmack dieses Bieres erklärt sein dürften.


Das Hercule Stout präsentiert sich wirklich tiefschwarz im Glas, sodass die Assoziation zu schwarzem Kaffee sehr nahe liegt. Dazu gesellt sich eine bräunliche Schaumkrone, die farblich an Cappuccino erinnert. In die Nase strömen - wie soll es auch anders sein - Kaffee-, Schokoladen- sowie dezente Röstaromen. Allerdings alles noch nicht so intensiv wie ich das bei der Farbe erwartet habe. Der Geruch macht es also spannend.


Geschmacklich dominieren hier durch und durch dunkle Bitterschokoladen- und Kaffeearomen. Ein sehr aromatisch-würziger Antrunk wird getragen von einem vollen Körper. Zur Mitte hin stelle man sich einen Biss in Schokolade mit 99% Kakaogehalt vor, jedoch nicht so, dass es einem den Mund zusammen zieht. Das Bier schafft es eine ausgewogene Balance zwischen intensiven Aromen und einem angenehmen Mundgefühl herzustellen. Leider treten die 9% Alkohol dann aber etwas zu sehr in den Vordergrund und überdecken so die Geschmacksnuancen. Für meinen Geschmack wäre hier etwas weniger vielleicht mehr gewesen. Ansonsten prickelt die Kohlensäure angenehm und harmoniert gut mit den vom Röstmalz erzeugten Bitteraromen. Weiterhin gibt es jedoch keine großen Überraschungen. Im Abgang bleibt etwas Säure und ein Espresso-Nachgeschmack, der noch nach lange nach dem letzten Schluck verweilt.

Bis auf den erwähnten Alkohol ist das eine runde Sache. 

Knusperfaktor 7/10 - à votre santé Monsieur Poirot!


Fakten: 9% vol., Stammwürze/BE: keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe  

Netz: http://www.brasserie-ellezelloise.be

Montag, 21. Oktober 2013

Das Bayerisch Nizza Clubbier der Hans Müller Sommelierbier GmbH

Viel habe ich schon in anderen Blogs über das Bayerisch Nizza der Hans Müller Sommelierbier GmbH aus Aschaffenburg gelesen und doch bin ich im Getränkemarkt immer daran vorbei gelaufen. Jetzt habe ich mal mutig zugegriffen und die zwei Euro fünfzig für 330 ml "Clubbier" locker aus der Hose geschüttelt. Cool und trendy kommt das Design zusammen mit dem Namen daher und auch auf der biereigenen Homepage steht etwas von "Szene und Lifestyle". Man gibt sich gehoben, jung und hip! Sieht alles sehr schön aus, wäre da nicht das kleine Wörtchen "Hopfenextrakt" bei den Zutaten zu lesen. Also ich weiß nicht, das macht sich auf einem Sommelierbier nicht wirklich gut. Aber egal. Ein hessisches Comedy-Duo hat mal gesagt "S muss schmegge" und darum geht es ja letztendlich. Ich bin gespannt was mich erwartet. Achso, Bayerisch Nizza übrigens weil König Ludwig I. Aschaffenburg einmal als sein Bayersiches Nizza bezeichnet haben soll. Ist doch klaro!


Eingeschenkt ins Glas kommt schon die erste Überraschung. Strohgelb und sehr trüb, dazu schneeweißer, feiner Schaum. Erinnert an Weißbier. Irgendwie dann doch auch logisch, denn das Bier basiert größtenteils auf einer Weizenmalz Basis. Beim Riechen kommt aber schon das nächste sensorische Erlebnis. Superfrischer, angenehmer Duft nach Citrus und Traube gepaart mit ein paar Gewürzen sowie leichtem Bananenaroma. Herrlich und an einem sommerlichen Herbsttag an der frischen Luft echt unbeschreiblich. Bisher alles sehr positiv.


Im Antrunk hat das Nizza einen schlanken Körper und erzeugt ein frisches, prickelndes und spritziges Mundgefühl. Jetzt kommt deutlich das Weissbier zum Vorschein. Hefe und Banane dominieren zunächst, dazu gesellen sich aber auch Traube und Litschi, was einen fruchtig milden Charakter erzeugt. Besonders im Abgang kommt ein säuerlich, fruchtiger Geschmack auf, der mich sehr an Traubenmost oder Traubensaft erinnert. Passt auch irgendwie zur naturtrüben Farbe. Das lässt sich zusammen genommen schwer in irgendeine Schublade stecken finde ich. Geruchlich durchaus mit Pale Ales verwechselbar, geschmacklich geht es dann aber doch in eine ganz andere Richtung. Das macht das Clubbier schon einzigartig und unverwechselbar. Fesche Madl und Buam mit ordentlich Schotter in den Lederhosen dürften durchaus Gefallen daran finden!

Außerordentliches Bier, das durch seinen wirklich eigenen, leichten Charakter überrascht. Aufgrund des Hopfenextraktes im Sommelierbier reicht es aber dennoch nicht für die volle Punktzahl. 

Knusperfaktor 8/10 - Prost! 


Fakten: 5,3% vol., Stammwürze: 12°P, BE: keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Aromahopfen (Citra, Centennial, Chinook), Hopfenextrakt, Hefe  

Dienstag, 15. Oktober 2013

Das Laguna IPA aus dem BrauKunstKeller

Inspiriert vom Lagunitas IPA aus Kalifornien holt man US-Braukunst in den Odenwald. Genauer gesagt geht heute das Laguna IPA aus dem BrauKunstKeller an den Start. Dass ich ein verdammt großer Fan der Gipsy Brew-Kreationen aus Michelstadt bin, lässt sich im Blog-Eintrag zum Amarsi IPA nachlesen. Somit sind meine Erwartungen an das Laguna auch ziemlich hoch. Zum Design muss man eigentlich gar nicht mehr viel sagen: schlicht, alle nötigen Infos, schwarz-weiß, edel und zeitgemäß. Gefällt mir sehr gut.


Im Glas trifft ein weiß-beiger, cremiger Schaum auf blutorangenes bis rötliches Bier. Ein schöner, leicht trüber Anblick. Der Geruch bietet Malz- und Citrusfrucht-Nuancen in gleichem Maße und legt zusätzlich noch eine kleine Portion Karamell drauf. Duftet fantastisch.


Auch geschmacklich kann ich vorwegnehmen, dass mich das Laguna IPA in seinem Gesamtpaket, genau wie das Amarsi, komplett überzeugt hat. Im Antrunk kommt zunächst ein nicht allzu schwerer, dunkler Malzkörper sowie ein Hauch Kiefernnadeln zum Tragen. Dazu gesellt sich eine angenehme Rezenz durch einen etwas leichteren Kohlensäure-Gehalt. Es baut sich zunächst weiter das volle Malzaroma auf, um direkt danach und mit voller Wucht von Grapefruit und Blutorangen abgelöst zu werden. Es ist ein super-harmonisches Zusammenspiel von Hopfen und Malz, das durch seine Balance zu beeindrucken weiß. Im Abgang bleibt der bittersüße Nachgeschmack der Blutorange gepaart mit fruchtig-herber Adstringenz. Ich bin stark von der Ausgewogenheit angetan und finde, dass meine hohen Erwartungen mehr als erfüllt wurden.

SauLeckeresLaguna. Danke BrauKunstKeller. Prost! 


Fakten: 6,2% vol., Stammwürze: 17°P, Bittereinheiten: 74 IBU 

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade, Centennial, Chinook), Hefe  

Netz: http://braukunstkeller.de/https://www.facebook.com/Braukunstkeller

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Das Horn Dog Barley Wine Style Ale der Flying Dog Brewery

Bereits das zweite Bier in diesem Blog aus dem Hause der in Maryland sitzenden Flying Dog Brewery. Zuvor gab es hier ja schon das Snake Dog IPA, das mir durch seine bedrohliche Farbe sowie seine außergewöhnliche Stärke im Gedächtnis blieb. Im Bezug auf das Design bin ich natürlich mal wieder sehr beeindruckt. Die Zeichnungen von Ralph Steadman haben wie immer sehr hohen Wiedererkennungswert und repräsentieren das verrückte Hunter S. Thompson Universum, dem die Brauerei ja bekanntlich sehr nahe steht. Ein böser bunter Riesenhund mit Horn auf dem Kopf ziert die Flasche und kündigt ein Ale an, das womöglich nichts für schwache Geschmacksnerven ist.


Barleywine Ales (später auch American Barleywine)  haben ihren Ursprung in England und zeichnen sich in der Regel durch einen hohen Alkoholgehalt (zwischen 8 und 12%) sowie einer sehr starken Stammwürze aus. Das Horn Dog bringt diese Eigenschaften mit einem Alkoholgehalt von 10,2% und 25°P Stammwürze schon einmal mit. Im Glas präsentiert es sich opal-schwarz mit einer wirklich sehr schwachen bräunlich-weißen Schaumbildung. Zur Farbe passen die röstig-alkoholigen Geruchsnoten: Lebkuchenherz, Salmiak, Russisch Brot, Schoko-Popcorn und Mon-Chéri, all das liegt zugleich in der Luft und kündigt an, wie es geschmacklich weitergeht.


Im Antrunk trifft als erstes eine unerwartete Süße auf die Zungenspitze. Danach breiten sich angebrannter Pflaumenkuchen, Feigen, Datteln, Toffee und dunkle Beeren im Mundraum aus und ergeben zusammen mit dem wirklich sehr schweren Malzkörper sowie einer schwachen Kohlensäure ein öliges Mundgefühl. Der Alkohol-Pinsel bestreicht ohne Pause den gesamten Mundraum und es wird bis zum Abgang warm um's Lebkuchenherz. Sehr warm. Durch das alles übertrumpfende Malz bleibt wenig Platz für den Hopfen, der bei diesem Bier-Stil jedoch scheinbar eine Nebenrolle zu spielen hat. 

Mir gefällt diese Kreation eines Malz-Ungeheuers als Abwechslung zu hopfen-betonten Ales schon ziemlich gut, jedoch wirkt mir das Ganze durch die enorme Stammwürze doch etwas zu verbrannt. Dr.Gonzo würde das vielleicht so formulieren: "This stuff makes pure mescaline seem like ginger-beer, man." Cheers!


Fakten: 10,2% vol., Stammwürze: 25°P, IBU: 45

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://flyingdogales.com/https://www.facebook.com/flyingdog

Freitag, 4. Oktober 2013

Das Honigbier der Brauerei Hofstetten

Ein Mitbringsel meiner Eltern aus ihrem Urlaub in Österreich ist der heutige Test-Kandidat, ein Honigbier, bei dem es sich um eine Art Kooperations-Biobier zwischen den Hochlandimkern und der Brauerei Hofstetten handelt. Dabei sorgt auf Hefe treffender Honig sowohl für den Treibstoff der Gärung als auch für "die ganze Fülle an Aromen und Düften, die dem Honig innewohnen".


Im Glas kann ich dieser Behauptung rein farblich schon mal zustimmen. Ein trübes Hellgelb erinnert stark an Honig während der Nase süßliche Kräuter-, Waldblüten- und Kiefern-Aromen entgegenströmen. Nicht ganz standfest verhält sich der Schaum, der es beim gekonnten Einschenken zu einer kleinen Schaumkrone bringt, die dann aber ziemlich zügig zusammenfällt.


Der Antrunk kommt sanft-süßlich daher und verkauft sich ebenfalls ganz gut. Mir gefällt besonders, dass die angenehm spritzige Kohlensäure das Ganze nicht zu pappig werden lässt. Der Honig wirkt nicht zu süß und ist gut in den vollmundigen Malzkörper eingebettet, es kommen also nicht die gefürchteten Erinnerungen an den Met auf, den ich mal mit 16 getrunken habe. Allerdings hält sich dafür der Hopfen deutlich zurück und liefert somit nur eine leichte Herbe am Rande, die durch etwas Säure unterstützt wird. Mir ist das leider etwas zu wenig Hopfen-Power, welche sicher nicht geschadet hätte. Ansonsten läuft das Honigbier im Abgang leicht prickelnd und süffig die Kehle herunter. Übrig bleibt dann ein Geschmack, der etwas an den Honigtoast vom Frühstückstisch mit anschließendem Sprung ins Kornfeld erinnert. 

Minuspunkte gibt es für Schaum und die schwache Hopfung. Ansonsten können sich naturverbundene Schleckermäulchen das Honigbier durchaus schmecken lassen. Prost!


Fakten: 6,2% vol., Stammwürze: 16,5°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Honig (4%), Hopfen

Netz: http://www.hofstetten.athttp://www.diehochlandimker.at/

Dienstag, 24. September 2013

Das India Pale Ale aus dem Midtfyns Bryghus

Schon etwas länger steht ein dänisches IPA in meinem Kühlschrank und wartet darauf verkostet zu werden. Es kommt aus der 2004 gegründeten Mikrobrauerei Midtfyns und macht durch ein nordisch-modernes Design einen zeitgemäßen ersten Eindruck. Besonders auffällig ist dabei die Blindenschrift in der oberen rechten Hälfte. Super Idee! Ob der Inhalt auch so innovativ ist wird sich im Folgenden zeigen.

"NYD SMAGEN AF GODT HÅNDVÆRK" bedeutet "Genießen Sie den Geschmack von gutem Handwerk"

Beim Einschenken fällt zunächst einmal die rötlich bis kastanienbraune Farbe zusammen mit einem leicht bräunlichen Schaum ins Auge. Das steht dem Bier wirklich gut. Leider bleibt der Geruch aber etwas dünn und liefert nicht ganz das passende Aroma dazu. Vom Cascade- sowie Centennial Hopfen kommt recht wenig in der Nase an, ein brotig-uriger Geruch steht klar im Vordergrund und lässt dem Rest wenig Platz zum Atmen. Dazu kündigen sich die 7,3% ebenfalls ziemlich deutlich an.


Im Einstieg fällt das IPA durch einen schweren, öligen Körper zusammen mit mittelmäßig perliger Kohlensäure direkt mit der Tür ins Haus. Hier geht es ziemlich bitter und herb zur Sache. Ein erdig-malziger Geschmack hält leider nicht die Balance zum Aromahopfen, der hier tatsächlich eher die Rolle des Bitterhopfens spielt. Vielleicht ist das Jammern auf hohem Niveau, aber ich habe schon deutlich ausgewogenere IPAs getrunken. Es ist mir persönlich einfach zu wenig Obstgarten vorhanden. Im weiteren Verlauf bleibt es bitter und schwer, was dann auch zu einem relativ trockenen Abgang führt. Beim Ausatmen unterstützt der Alkohol leider nicht den Geschmack sondern man hat das Gefühl im Bier stecken 13 und nicht 7,3% Alkohol. Für mich ist das keine eindeutige dänische Delikatesse aber immer noch in der Mittelklasse anzusiedeln. Die Vielfalt aus dem Midtfyns Bryghus sieht zudem sehr interessant aus und macht neugierig, ein Blick auf die Homepage lohnt sich allemal.

Insgesamt bleibt das Design innovativ, inhaltlich ist aber durchaus noch Luft nach oben. Skål!


Fakten: 7,3% vol., Stammwürze/BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gersten-, Weizenmalz, Hopfen (Cascade, Centennial), Hefe

Netz: http://www.midtfyns-bryghus.dkhttps://www.facebook.com/midtfynsbryghus

Donnerstag, 19. September 2013

Das Eisweissbier "White" der Brauerei Hopf

"Was ist das denn für ein kitschiges, trashiges aber doch irgendwie faszinierendes Design? Nehm ich mal mit." So oder so ähnlich muss ich wohl gedacht haben als ich mir diese Flasche in den Einkaufskorb legte. Aber wieso denn auch nicht, probieren kann man es ja mal, das Eisweissbier aus Miesbach in Bayern, wo einst die Familie Hopf beschloss ausschließlich Weissbier-Spezialitäten zu brauen.


"Ob Szenebar oder Trachtenfest, mit diesen Weißbierspezialitäten in der 0,33er-Flasche ist Hopf immer auf der Höhe der Zeit. Zu jeder Jahreszeit und jedem Anlass können junge und jung gebliebene ihre Party voll genießen. Das erfrischende Weißbier, mild und belebend zugleich, sorgt für gute Laune im kleinen wie im großen Kreis unter allen, die das Leben zu leben verstehen. Eisgebrautes Weißbier. Besonders milder und ausgewogener Geschmack."

Na dann wollen wir doch mal schauen. Wenn ich das Wort "mild" höre dann denke ich oft an lasches Wasserbier, aber vielleicht kann das "White" mich ja vom Gegenteil überzeugen. Eingeschenkt ins kleine Weizenglas macht der Schaum zumindest schon mal eine gute Figur. Feinporig, schneeweiß und sehr standhaft präsentiert er sich zusammen mit dem leicht trüben, aber für ein Weizen doch ziemlich hellgelb-weißlichen Bier. Die Farbe lässt erahnen, dass es sich hier tatsächlich um ein eher schlankes Weissbier handelt und auch der Geruch gibt außer einer malzigen Süße nicht wirklich viel her.


Der Antrunk verläuft zunächst erstmal leicht würzig mit süßlicher Tendenz, wirkt dabei durch einen schlanken, etwas wässrigen Körper ziemlich soft. Im weiteren Verlauf ist eine recht spritzige Kohlensäure zu vernehmen, die dem Ganzen dann doch etwas Pepp einhaucht, wobei auch ein bisschen mehr Hopfen nicht geschadet hätte. Es bleibt bei der süßlichen, sprudelnden Würze, die ein kleines bisschen an Zuckerwasser mit Schuss erinnert und nicht so richtig Fahrt aufnehmen kann. Dem Trachtenfest tut das wahrscheinlich dennoch keinen Abbruch.

Mir persönlich etwas zu lasch und dadurch leider ein bisschen langweilig (bis auf den Husky vorne drauf). Prost!


Fakten: 5,5% vol., Stammwürze: 12°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gersten-, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://www.hopfweisse.de/

Freitag, 13. September 2013

Post aus dem Odenwald!

In Michelstadt steht man zu seinem Wort! Vielen Dank an den BrauKunstKeller für das ProBierPaket!!
Bericht zum Laguna folgt...

Mittwoch, 11. September 2013

Das 7:45 Escalation aus der CREW AleWerkstatt

Aus dem Hause der CREW AleWerkstatt in München kommt das 7:45 Escalation Double IPA und zwar direkt mal in einem kompletten 20er Kasten! Schon seit einer guten Woche habe ich meinen Spaß mit diesem Bier und ich kann schon mal vorweg nehmen, dass sich die Investition doppelt gelohnt hat. Wieso doppelt? Naja, es gab wohl seitens des Versanddienstleisters ein kleines Problem im System welches dazu führte, dass diverse Escalation Besteller eine doppelte Lieferung bekamen - dazu gehörte auch glücklicherweise ich! Der Dienstleister kam für den Schaden auf und so freuen sich wohl ein paar Menschen in Deutschland über eine Gratis-Kiste feinstes CREW. Das aber nur so am Rande. Ich habe mir jedenfalls die Kiste ohne jegliche Bedenken bestellt. Viel zu gut sind die Erfahrungen mit dem Standardsortiment aus dem Hause der Werkstatt, die eine der ersten im deutschen Craft Beer-Segment war und auch mir meine ersten leckeren Ales bescherte.


Das Escalation ist ein Sondersud und tanzt allein schon durch sein hippes Design aus der Reihe. Während die anderen CREW-Sorten eher unauffällig gehalten sind, springt einem beim 7:45 ein grelles Blau kombiniert mit rosaroten sowie gelben Schriftzügen ins Gesicht und kündigt ein Double IPA an, das dem Trend der immer hopfigeren und fruchtigeren Ales folgt, sich dabei aber abheben und im Gedächtnis bleiben will. Ein lustiger Text auf der Hinterseite der Flasche erklärt auch den ungewöhnlichen Namen (mir ist das ein kleines bisschen zu sehr an den Haaren herbeigezogen aber sicherlich Geschmacksache und eben gutes Marketing, das meiner Vermutung nach auch auf den ein oder anderen hippen Studenten abzielt).


Geschmacksache ist ein gutes Stichwort und so legen wir mal direkt los mit der Verkostung. Hier gibt es eigentlich keine großen Überraschungen, was aber bei dem momentanen Level der deutschen Craft Beer-Szene absolut nichts Schlechtes bedeutet. Im Gegenteil, es wird wie selbstverständlich ein Angriff auf die Sinne gestartet, der sich gewaschen hat. Die Nase vernimmt vordergründig Melone, Traube und einen bunten Multivitamin-Mix aus intensiven Fruchtaromen in Kombination mit leichter Karamellnote. Die Farbe bewegt sich von Orange bis Bernstein und gibt mit leichter Hefetrübe und einem standhaften Schaum einen frischen Eindruck ab.


Im vollmundigen Antrunk hält sich der Hopfen noch dezent zurück und kündigt an, was im weiteren Verlauf passieren wird: Columbus, Simcoe, Amarillo und Chinook heizen mit ihren 83 IBU ordentlich ein und bereiten ein Hopfenfest der feinsten Sorte. Das Aroma wird durch einen vollen Körper mit starken 8,3% sowie nicht allzu viel Kohlensäure sehr gut getragen und kann auch über den Nachtrunk hinaus mit einer fruchtig-bitteren Herbe überzeugen. Da gibt es insgesamt im Prinzip gar nichts zu meckern. Freunde starker Double IPAs oder aber auch die mögliche Zielgruppe der hippen Hopheads von heute werden beim Escalation voll auf ihre Kosten kommen.

Sollte jemand tatsächlich der Beschreibung folgen und das Escalation um 7:45 Uhr als Absacker nach dem Feiern trinken (obwohl es dafür viel zu schade wäre) dann fällt er garantiert zufrieden ins Bett. Ich nehm am Wochenende auf jeden Fall mal ein paar für meine Freunde zum Verkosten mit - hab ja genug.

Klare Empfehlung. Prost!


Fakten: 8,3% vol., Stammwürze: Keine Angabe, BE: 83 IBU

Zutaten: Wasser, Pilsener-, Karamellmalz, Hopfen (Columbus, Simcoe, Amarillo, Chinook)

Netz: http://www.crewale.de/https://www.facebook.com/CREWrepublic.de

Mittwoch, 4. September 2013

Die Darmstädter Ratskeller Hausbrauerei

Im Herzen Darmstadts braut der Ratskeller seit 1989 in der hauseigenen Brauerei ein super-süffiges, naturtrübes Helles und verkauft dieses auch noch in einer praktischen 1 Liter Flasche für Zuhause. Wer mal in der Gegend ist sollte sich davon unbedingt eins gönnen, am besten frisch gezapft draußen auf der Bierbank.

Prost!



Dienstag, 3. September 2013

Donnerstag, 29. August 2013

Brauerei Gusswerk No.2: Weizenguss!

Das nächste auf meiner Austria-Liste ist ebenfalls ein waschechtes Gusswerk und da es ein Weißbier ist, klingt der Name Weizenguss äußerst logisch. Außer Weizen- und Gerstenmalz ist außerdem noch Dinkelmalz auf der Zutatenliste vertreten, was bei Biobieren (wie z.B. auch Neumarkter Lammsbräu) nicht unüblich ist. Bei den Gusswerk Bieren gefallen mir als Gimmick besonders die liebevollen Texte auf der Rückseite der Flasche, weshalb es zur Abwechslung mal eine "Heck-" anstatt einer Frontaufnahme gibt.


Genauso schön anzuschauen ist das Weizenguss im Glas: Trübe Bernsteinfarben treffen auf einen samtigen Schaum, der zwar etwas mehr Standhaftigkeit zeigen könnte, aber dennoch passt. Die Nase vernimmt verhältnismäßig leichte Banane gepaart mit Kräuter- und Hefearomen, woraus sich ein interessantes, frisches Geruchsbild ergibt.


Im Antrunk gibt es absolut nichts zu meckern: Das Weizen kommt extrem süffig daher und versprüht durch angenehm prickelnde Rezenz sowie spritzige Säure eine herrliche Frische, wie sie bei einem Weissbier besser nicht sein könnte. Zur Mitte hin blitzt auf dem hinteren Teil der Zunge kurz der Hopfen auf und zeigt, dass er auch mit an Bord ist. Die erwähnten Kräuteraromen kommen geschmacklich zwar nicht so sehr zum Tragen, dafür fließt der Nachtrunk aber angenehm süßlich die Kehle runter und ist durch das Zusammenspiel von Säure und Hopfen ausgewogen und gut abgerundet. Was mir zusätzlich auffällt ist, dass sich die Spritzigkeit beim Weizenguss entgegen so manch anderem Weizen wirklich bis zum letzten Schluck hielt. Ich hoffe mal nicht, dass das an den "nur" 0,3 Litern liegt sondern auch bei 0,5 der Fall wäre. Schade, dass es so schnell leer war!

Insgesamt geschmacklich zwar nicht in irgendeiner Hinsicht herausragend, dafür aber bestens geeignet für den Grillabend mit Freunden wegen enormer Süffigkeit. Man sollte sich aber mehr als eine Flasche besorgen.

Prost!




Fakten: 5,4% vol., Stammwürze: 12,7°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Weizen-, Gersten-, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://www.brauhaus-gusswerk.at/https://www.facebook.com/BrauhausGusswerk

Sonntag, 25. August 2013

Das Nicobar IPA der Brauerei Gusswerk

Beim Gusswerk in Salzburg braut man ausschließlich Bier mit Zutaten aus biologischem Anbau. Gegründet 2007 von Braumeister Reinhold Barta war das heute längst erreichte Ziel "nachhaltig und biologisch-dynamisch produziertes Bier in Österreich salonfähig zu machen". So geschehen auch beim Nicobar IPA, auf das ich mich allein schon wegen des in angenehm warmen Sonnenuntergangstönen gehaltenen Designs freue.


Auf der Rückseite steht eine kleine aber feine Geschichte darüber wie das Nicobar zu seinem Namen kam, welche ich natürlich keinem vorenthalten möchte: "This fine India Pale Ale is inspired by the journeys of Austrian ships sailing from Trieste to the Nicobar Islands. They were carrying a special brew destined for the only Austrian colony in the Indian Ocean, established in the reign of Her Majesty Empress Maria Theresia of Austria." Viel wichtiger ist aber selbstverständlich wie sich das obergärige Spezialbier im Glas so macht.


Eine stabile, mittelmäßig feinporige Schaumkrone sowie ein auffällig dunkles gleichmäßig trübes Kastanienbraun geben zusammen ein gutes Bild ab. Man könnte fast meinen, dass es sich hier um ein Stout handelt, da auch der Geruch zwar fruchtig und hopfenaromatisch aber auch durchaus würzig-malzig mit Röstcharakter daherkommt. Auch der Antrunk gestaltet sich zunächst sortentypisch mit angenehm fruchtigen Aromen reifer Mango die von einem recht schweren Körper gut getragen werden. Hinzu kommt aber schnell ein feinbitterer sowie malziger Geschmack, der sich zunehmend in den Vordergrund drängt. Die 6,4% treten dabei schön zum Vorschein und unterstützen so den vollen, schweren Körper des Bieres. Im Nachtrunk sowie Abgang geht es dann wieder hopfentypisch trocken sowie leicht säuerlich zur Sache, was auf jeden Fall Lust auf einen weiteren Schluck macht.

Insgesamt ein untypisches, aber stimmiges IPA das durch seine dunkle Seite im Gedächtnis bleibt und an einem verregneten Sonntag warm ums Herz macht. Biobier aus Österreich rockt!!

Prost!



Fakten: 6,4% vol., Stammwürze: 14,7°P, BE: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://www.brauhaus-gusswerk.athttps://www.facebook.com/BrauhausGusswerk